Im Bereich Quantentechnologien strebt China eine Führungsposition an und ist in manchen Bereichen der Entwicklung westlicher Unternehmen bereits im Voraus. Wir beleuchten den aktuellen Wissensstand der Volksrepublik im Bereich Quantentechnologien.
Hefei ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Anhui und wird von über zehn Millionen Menschen bewohnt.
Die Yunfei-Straße in der chinesischen Provinzstadt Hefei hat einen neuen Spitznamen. Computerwissenschaftler nennen sie „Quantum Avenue“. Mehr als 60 chinesische Technologie-Unternehmen in den Bereichen Quantencomputer, Quanten-Kommunikation und Quanten-Messtechnik sind hier auf engem Raum versammelt. Die Straße liegt in der „Hefei National High-tech Industry Development Zone“. Nur wenige Kilometer weiter befindet sich die „Chinesische Universität für Wissenschaft und Technologie“ (USTC), eine der führenden Unis in der Volksrepublik für „Quantum Computing“.
Auf relativ engem Raum treffen hier in der Hauptstadt der Provinz Anhui führende Unis, staatliche und private Unternehmen, von der Regierung großzügig geförderte Forschungslabors und andere Player im Bereich Quantum Computing aufeinander.
Es ist Chinas derzeit wohl führender „Science and Technology Cluster“ in dem Bereich, dabei allerdings nur einer von mehreren im Land. In der Volksrepublik ist in den vergangenen Jahren ein weltweit einzigartiges Ökosystem für wissenschaftlich-technische Innovationen entstanden. Wissenschaftler, Ingenieure und Unternehmer sowie Regierungsbeamte stehen im engen Austausch miteinander, erforschen neue Spitzentechnologien und versuchen sie schnellstmöglich in marktreife Anwendungen zu überführen.
Topspot im Global Innovation Index
Die „World Intellectual Property Organization“, eine UN-Agentur mit Sitz in Genf, hat im Sommer 2024 ihren jüngsten Global Innovation Index veröffentlicht. Darin ist nachzulesen, dass es in China inzwischen 26 solcher „Science and Technology Cluster“ gibt. Das ist weltweit führend. Auf Platz zwei folgen die USA und Deutschland belegt mit acht solchen Clustern den dritten Platz.
Quantentechnologie-Cluster in China.
(Bild: Xinhua)
Im globalen Wettrennen um die Entwicklung dieser neuen Technologie führen die USA in einigen Bereichen, während China in anderen stark aufholt und in wieder anderen bereits die Technologieführerschaft erobert hat. „China führt im Bereich Quanten-Kommunikation, hinkt im Bereich Rechner hinterher (in dem die USA überragend sind) und ist bei der Sensorik mit den Vereinigten Staaten gleich gezogen“, schreibt ITIF, ein unabhängiger Thinktank in Washington, in einem im letzten Herbst veröffentlichten Bericht.
Geburtsorte der technischen Revolution
Quantentechnologien versprechen, eine ganze Reihe von Technologien und Industrien zu revolutionieren, von der sicheren Datenübertragung im Finanzbereich über die Medikamentenforschung bis hin zur Kryptologie der Militärs. Deswegen investieren sowohl die USA und die EU als auch China viele Milliarden Euro in die Förderung dieser strategischen Schlüsseltechnologie.
Obwohl Washington im Zuge seiner Chip- und Technologie-Boykotte gegenüber China auch den Verkauf von kritischer Hardware im Bereich Quantentechnologien beschränkt, gibt es in der Volksrepublik in jüngster Zeit immer wieder beeindruckende Fortschritte in dem Bereich zu beobachten. Einer der entscheidenden Gründe, warum China trotz der US-Boykotte immer wieder überraschende Durchbrüche vermelden kann, sind die „Science and Technology Cluster“ wie der in Hefei.
Origin Wukong
Im Jahr 2017 haben die zwei chinesischen Quantenphysiker Guo Guoping und Guo Guangcan ihre Alma Mater USTC verlassen und in Hefei die Firma „Origin Quantum“ gegründet. Seit Januar 2024 läuft dort Chinas erster selbst entwickelter Quantencomputer namens „Origin Wukong“.
Der 72-Qubit-Chip im Zentrum von Origin Wukong ist wieder nur einen Katzensprung weiter am „Anhui Quantum Computing Engineering Research Center“ entwickelt worden. Derzeit wird dort schon an der nächsten Generation von Quanten-Chips gearbeitet, mit noch mehr Qubits und, so hoffen die chinesischen Forscher, einer weiter verbesserten Stabilität. Gleichzeitig wird an dem Forschungsinstitut gerade eine Produktionslinie für Quantencomputer erweitert, sodass dort jährlich acht statt der bisherigen fünf Supercomputer hergestellt werden können, berichtete kürzlich das staatliche chinesische Portal ECNS.
Die enge Zusammenarbeit zwischen dem „Anhui Quantum Computing Engineering Research Center“ und der Firma Origin Quantum sei ein Beispiel für Chinas Strategie, ein „Ökosystem für Quantentechnologien aufzubauen“, schreibt ECNS.
Stand: 08.12.2025
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Ergebnisse der Boykott-Kultur
Im Mai dieses Jahr hat die Regierung von US-Präsident Joe Biden 22 chinesische Firmen und Forschungsstätten auf ihre gefürchtete „Entity List“ gesetzt, darunter auch Origin Quantum. Nur Tage später verkündete Origin Quantum, dass es jetzt IDI-Mikrowellen-Module herstellen kann, eine wichtige Schlüsselkomponente für den Bau von Quantencomputern.
Je mehr Tech-Boykotte Washington gegenüber Peking verhängt, desto mehr Gelder fließen von der dortigen Regierung an Forschungseinrichtungen und deren kommerzielle Ableger wie die in Hefei. So erhalten die dortigen Quantenphysiker für die Weiterentwicklung ihres Origin Wukong beispielsweise Gelder vom „China Internet Investment Fonds“, der direkt der Cyberspace Administration of China untersteht.
Ungeachtet der US-amerikanischen Boykotte hat sich die kommunistische Staats- und Parteiführung in Peking ehrgeizige Ziele gesetzt, was Quantencomputer und damit verbundene Technologien betrifft. China macht bei diesem Wettrennen „nicht nur mit, sondern strebt eine Führungsposition an“, schreibt die regierungsnahe Zeitung Global Times. (sb)