Rohstoffe Bohrungen in Sachsen bestätigen größte Zinnvorkommen der Welt
Nach Angaben der Deutschen Rohstoff AG schlummern im sächsischen Vogtland und im Erzgebirge die zusammengenommen größten Zinnvorkommen der Welt. Acht Bohrungen bestätigten Ressourcenschätzungen, die noch aus der DDR-Zeit stammten.
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Anhand der Bohrungen errechnete ein unabhängiger australischer Gutachter für die Lagerstätte Gottesberg im sächsischen Vogtlandkreis einen Metallinhalt von 115.000 Tonnen bei durchschnittlich 0,27 Prozent Zinn im Erz. In Geyer im benachbarten sächsischen Erzgebirgskreis liegen demnach 44.000 Tonnen Zinn bei einem durchschnittlichen Metallgehalt von 0,37 Prozent. In Geyer wurde bereits seit dem Jahr 1315 Erz abgebaut.
Die Projektion des Gutachters gilt als JORC-konform. Das heißt, sie entspricht den Kriterien des Joint Ore Reserves Committee. Bereits in den siebziger und achtziger Jahren waren die Metallinhalte in Gottesberg und Geyer geschätzt worden. Die Resultate der noch zu DDR-Zeiten vorgenommenen Schätzung lagen zwar etwas höher als die aktuellen Ergebnisse – so war man in Geyer von 61.000 Tonnen Zinn anstatt von 44.000 Tonnen ausgegangen –, doch ist die Gewissheit der aktuellen Prognose höher.
Die damalige DDR-Einstufung C2 entsprach der internationalen Kategorie „Inferred“. Die jetzige Schätzung fällt in die Kategorie „Indicated“, die eine höhere Gewissheit der Vorkommen indiziert. Für Gottesberg gilt nach wie vor die Einstufung „Inferred“. Allerdings könnte auch hier nach weiteren Bohrungen eine Klassifizierung in der höheren Kategorie erfolgen.
Dr. Thomas Gutschlag, der Vorstand der Deutschen Rohstoff AG, freut sich über die Ergebnisse der Schätzung: „Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Bestätigungsbohrungen. Wir werden jetzt mit Hochdruck daran arbeiten, die Machbarkeit der beiden Vorkommen zu untersuchen und sie weiter zu entwickeln. Zusätzliche Bohrungen könnten noch in diesem Jahr beginnen.“
Der Marktwert von Zinn liegt derzeit bei 20.000 Dollar pro Tonne. Zinn wird industriell hauptsächlich in Lötmitteln eingesetzt (daher auch der Begriff „Lötzinn“). Darüber hinaus werden hochreine Zinn-Einkristalle auch zur Herstellung elektrischer Bauteile verwendet.
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