Schülerprojekt Blutproben analysieren mit Lego und Python

Redakteur: Franz Graser

Das Projekt „Athelas“ erlaubt es, Blutuntersuchungen sehr einfach mit einem Smartphone vorzunehmen. Es wurde im Rahmen eines Hackathons des kalifornischen Inkubators „Y Combinator“ von einem Schüler entwickelt.

Eine Lego-Vorrichtung erlaubt es, eine kugelförmige Vergrößerungslinse an die Smartphone-Kamera zu montieren. Dadurch ist es möglich, mikroskopische Aufnahmen des Blutes zu erstellen.
Eine Lego-Vorrichtung erlaubt es, eine kugelförmige Vergrößerungslinse an die Smartphone-Kamera zu montieren. Dadurch ist es möglich, mikroskopische Aufnahmen des Blutes zu erstellen.
(Bild: YC-Hack)

Der Entwickler, ein 17-jähriger Schüler namens Tanay Tandon, bastelte aus Lego-Bausteinen eine Halterung (Bild), mit der er eine 1 Millimeter große kugelförmige Linse an das Objektiv des Apple-Musikplayers iPod touch montierte.

Die Analysesoftware wurde auf der Basis der Programmiersprache Python und der freien Programmbibliothek OpenCV entwickelt, die Algorithmen für elektronische Bildverarbeitung und maschinelles Sehen zur Verfügung stellt.

Mit dieser Vorrichtung ist es möglich, die in einer Blutprobe vorhandenen Zellkörper zu identifizieren und zu zählen. Auf diese Weise können Erreger chronischer Krankheiten wie zum Beispiel Malaria im Blut festgestellt werden. Auch Hinweise auf Blutkrebs-Erkrankungen wie Leukämie oder Morbus Hodgkin sind grundsätzlich möglich.

Dazu wird das mit Hilfe der Smartphone-Kamera und der Vergrößerungslinse erstellte Bild an den Athelas-Webservice hochgeladen und analysiert. Wenn zum Beispiel Malaria erkannt wird, gibt der Dienst ein entsprechendes Signal an den Bediener.

Das Ziel des Projektes ist es, in schwer zugänglichen oder Katastrophengebieten humanitäre Hilfe zu leisten.

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