Werkstoffe Bio-Glas schützt sensible Mikrochips für Tiertransponder

Redakteur: Franz Graser

Der Hersteller Schott fertigt am Standort Landshut Glasröhrchen, die als Behälter für Tiertransponder dienen. Durch die vakuumdichte Versiegelung des Chips mit biokompatiblem Spezialglas ist die Injektion der Chips sehr einfach und für die Tiere gut verträglich.

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Transponder zur Identifikation von Haustieren sind meist nicht viel größer als ein Reiskorn.
Transponder zur Identifikation von Haustieren sind meist nicht viel größer als ein Reiskorn.
(Bild: Schott)

Ein lauter Knall, Wild oder einfach nur Orientierungslosigkeit – das Haustier, sei es Hund oder Katze, ist schnell weggelaufen und ohne eindeutige Identifizierung seinem Besitzer nur schwer wieder zuzuführen. Das Chippen von Haustieren mit Tiertranspondern und die Registrierung der auf dem Chip abgespeicherten Identifikationsnummer in zentralen Tierdatenbanken schaffen Abhilfe.

Üblicherweise werden Tiertransponder in die linke Halsseite des Tieres implantiert. Biokompatibles Glas sorgt dafür, dass der Transponder besonders gewebeverträglich ist
Üblicherweise werden Tiertransponder in die linke Halsseite des Tieres implantiert. Biokompatibles Glas sorgt dafür, dass der Transponder besonders gewebeverträglich ist
(Bild: Schott)

Statt der früher üblichen Tätowierung mit einer Buchstaben- und Zahlenkombination im Ohr werden zur eindeutigen Identifikation und Registrierung der Tiere heute RFID-Mikrochips eingesetzt. Diese etwa reiskorngroßen passiven Transponder, die eine Kupferspule sowie einen Chip enthalten, werden direkt ins Gewebe injiziert. Ein Lesegerät, das im Abstand von wenigen Zentimetern über den Nacken des Tieres gehalten wird, liest die im Chip gespeicherte 15-stellige Nummer aus.

Eine Möglichkeit ist, die hochwertigen Transponderröhrchen aus biokompatiblem Spezialglas herzustellen, das Schott in seinem bayerischen Werk in Landshut entwickelt hat und das unter dem Namen Bio-Glas 8625 erfolgreich bei Haus- und Nutztieren eingesetzt wird.

„Wir sind der einzige Hersteller, der Transponderhüllen aus gewebeverträglichem Bio-Glas fertigt“, erklärt Cornelia Rusche, Vertriebsmanagerin für Transponder bei Schott. Das besonders verträgliche Glas wird in Durchmessern von 1,2 bis 4 Millimetern zu Rohr gezogen, weiterverarbeitet und an Transponderhersteller geliefert, die die Röhrchen dann mit Chip, Antenne und Ferrit befüllen. Aufgrund der besonderen Glaszusammensetzung kann der Hersteller den Transponder am noch offenen Ende mit Infrarotlicht per Laser sicher, vakuumdicht verschließen und – bei Bedarf -auch autoklavieren.

Mikrochips zur Tierkennzeichnung werden auch bei Nutztieren bereits als Alternative für Ohrmarken eingesetzt – allerdings in größeren Ausführungen als bei Haustieren und in Verbindung mit fest installierten Lesegeräten an Toren oder Gattern.

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