Der Themenbereich Elektrotechnik ist sehr weit umfassend und hat vielerlei Köpfe hervorgebracht – wir stellen 14 Erfindungen oder Innovationen vor, für die gut 20 bemerkenswerte Personen im Bereich der Elektrotechnik bis zum Jahr 1900 verantwortlich sind.
Marconi, mit (rechts) Sendeanlage und (links) dazu passendem Empfänger (1901).
(Bild: Gemeinfrei)
Natürlich gibt es viele weitere Persönlichkeiten, die man nennen könnte – unsere Auswahl will nur einen Ausschnitt dessen zeigen, was der Bereich der Elektrotechnik in dem Zeitraum vom Jahr 1600 bis etwa 1900 hervorbrachte. Demnächst setzen wir unsere Reihe mit Persönlichkeiten von 1900 bis zur Gegenwart fort.
William Gilbert
Im Bild: Aufbau eines Versoriums nach Gilbert.
(Bild: Gemeinfrei)
Die erste Erfindung, die man wohl per Definition überhaupt der Elektrotechnik zuschreiben könnte, stammt aus dem Jahr 1600 und nennt sich Versorium. Der Erfinder war der englische Arzt und Physiker William Gilbert. Das Versorium ähnelt einem Kompass, wobei die bewegliche Nadel nicht auf Magnetfelder, sondern elektrische Felder reagiert. Das Versorium konnte in der Nähe von Gegenständen anzeigen, ob der Gegenstand elektrisch geladen ist, und war somit im Grunde genommen das erste Messgerät im Bereich der Elektrizität. So unspektakulär es aus heutiger Sicht auch sein mag: Es war ein wichtiger, vielleicht sogar der Grundstein für die Elektrotechnik.
Allessandro Volta
Wir springen um 200 Jahre nach vorne zu Allessandro Volta - er ist der Erfinder der Volta’schen Säule, die er im Jahr 1800 vorstellte. Sie ist der direkte Vorläufer einer elektrischen Batterie und war die erste verlässliche, über einen längeren Zeitraum nutzbare Stromquelle - Generatoren gab es damals noch nicht. Die Volta’sche Säule ermöglichte erst die kontrollierte Forschung rund um Elektrizität. Wegen seiner Bedeutung wurde Volta bekanntermaßen die Ehre zuteil, dass die Einheit für die elektrische Spannung nach ihm benannt wurde.
Im Jahr 1825 erfanden die Engländer William Sturgeon und Francis Watkins den ersten Elektromagneten. Es handelte sich um ein hufeisenförmiges Stück Eisen, das spulenartig von Draht umwickelt war. Wenn Strom durch den Draht floss, konnate das dabei entstehende Feld ein Gewicht von bis zu vier Kilogramm anheben, was dem 20-Fachen Gewichts des Elektromagneten entsprach.
Michael Faraday
Im Bild: Faradays Versuchsanordnung zum Nachweis der elektromagnetischen Rotation.
(Bild: Gemeinfrei)
Der Engländer Michael Faraday hat zwar keine relevanten elektrotechnischen Produkte zu verantworten, allerdings mit seinen Experimenten und Entdeckungen im Bereich der Physik viele wichtige Grundlagen gelegt. Vor allem die elektromagnetische Induktion ist dabei zu nennen. Er sorgte auch mit seinen Theorien zum Magnetismus dafür, dass andere Forscher die Theorie des Elektromagnetismus entwickelten. Faraday forschte im Bereich der Elektrizität in den Jahren 1831 bis 1855 und hat dabei auch Themen wie Elektrolyse und Zusammenhänge zwischen Gravitation und Elektrizität behandelt. Am populärsten ist wohl der Faradaysche Käfig, mit dem Faraday 1836 demonstrierte, dass innerhalb eines Raums, der von einem unter Strom stehendem Gitter aus leitendem Material umgeben wird, keine Elektrizität nachweisbar ist.
Carl Friedrich Gauß
Carl Friedrich Gauß war ein absolutes naturwissenschaftliches Multitalent und forschte neben anderen Gebieten auch im Bereich der Elektrizität und des Elektromagnetismus. Zusammen mit Wilhelm Eduard Weber erfand der 1833 eine Telegrafenanlage, die Ansätze für die Idee eines Relais beinhaltete. Mit der Anlage sendeten die beiden deutschen Wissenschaftler Nachrichten von einer Sternwarte zu einem Institut, und zwar über eine Distanz von gut einem Kilometer und mit Hilfe eines Binärcodes für die einzelnen Buchstaben.
Joseph Henry
Der US-Physiker Joseph Henry baute sich 1835 einen eigenen Telegrafen, um Nachrichten zwischen seinem Labor und Wohnhaus senden und empfangen können. Dabei setzte er erstmals die Idee mit auf zwei Stromkreisen basierenden, fernbedienbaren Schaltern um. Samuel F.B. Morse, ebenfalls US-Amerikaner, griff die Idee auf und verbesserte in Zusammenarbeit mit Henry die Technik, so dass sie auch bei kommerziellen Telegrafen über längere Strecken zum Einsatz kommen konnte. Seit 1844 nennt man die dabei entwickelte Konstruktion, die eine wichtige Basis für unzählige elektronische Produkte ist, Relais.
Thomas Davenport
Im Jahr 1837 wurde ein Patent auf einen Gleichstrom-Elektromotor des US-Amerikaners Thomas Davenport anerkannt. Er hatte es schon 1835 eingereicht und ein kleines Schienenfahrzeug mit dem später patentierten Motor ausgestattet, welches somit als weltweit erstes elektrisch angetriebenes Schienenfahrzeug gilt. Schon 1834 erfand der in Potsdam geborene Moritz Jacobi einen Gleichstrom-Elektromotor, mit dem er 1838 ein kleines Schiff antrieb, das Jacobi-Schiff.
Stand: 08.12.2025
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Bell, Meucci und Reis
Im Bild: Zeichnung des Reis’schen Musiktelegraphen aus der Zeitschrift Die Gartenlaube, 1863.
(Bild: Gemeinfrei)
Die Erfindung einer elektrischen Sprachübermittlung, also des Telefons, wird allgemein dem US-Amerikaner Alexander Graham Bell zugeordnet, der auch als erster ein Telefon ab dem Jahr 1876 kommerziell produzierte und vermarktete. Die eigentlichen Erfinder sind aber der Italiener Antonio Meucci und der Deutsche Philipp Reis, die 1860 das erste Telefon in einem Institut entwickelten. Sie scheiterten aber dabei, die Erfindung für Investoren schmackhaft zu machen, so dass es bei einer akademischen Innovation blieb.
Werner von Siemens
Werner von Siemens ist ein Name, der in unserer Liste natürlich nicht fehlen darf. Auch wenn strittig ist, bei welchen einzelnen Erfindungen er beziehungsweise die Firma Siemens, die zunächst noch Siemens und Halske hieß, wirklich weltweit der Vorreiter war, ordnet man Siemens unter anderem die Entdeckung des elektro-dynamischen Prinzips zu. Siemens sorgte für die Verbreitung des Starkstroms, indem da er ab dem Jahr 1866 elektrische Generatoren für die Industrie entwickelte und verkaufte. Auch die erste öffentliche, elektrisch betriebene Straßenbahn hat Siemens im Jahr 1881 mit auf den Weg gebracht. Noch mehr zu Werner von Siemens und der Firma Siemens finden Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Thema.
Im Bild: Wechselstromgeneratoren von Tesla am Stand von Westinghouse, Weltausstellung 1893
(Bild: Gemeinfrei)
Nicht zuletzt wegen des nach ihm benannten Elektrofahrzeugherstellers, ist der Serbe Nikola Tesla (geboren 1856) die wohl für den Durchschnittsbürger bekannteste Persönlichkeit der Elektrotechnik. Obgleich er nicht der Entdecker des Wechselstrom-Prinzips war, sorgte er dafür, dass Wechselstrom als effizientes Verfahren weit verbreitet und zum Standard wurde. Eine wichtige Erfindung von Tesla war gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Tesla-Transformator, der mehrere Stromarten erzeugen kann. Dabei entsteht auch ein oftmals spektakulärer Blitz, und die elektrischen Felder des Transformators verbreiteten über weitere Distanzen. Diese Tatsache hätte Tesla beinahe auch dazu verfolgen, als Pionier der Radiotechnik in die Geschichte einzugehen. Wegen eines Laborbrandes verpasste Tesla diese Chance aber.
Guglielmo Marconi
Im Bild: Marconi, mit (rechts) Sendeanlage und (links) dazu passendem Empfänger (1901).
(Bild: Gemeinfrei)
Der Italiener Guglielmo Marconi schaffte, was Tesla nicht gelang. Er experimentierte mit elektromagnetischen Wellen und konnte im Jahr 1895 derartige Wellen über eine Distanz von 2 Kilometer verlässlich verbreiten. Ein Jahr später meldete er in England ein Patent für eine Sende- und Empfangs-Technik an. Im Jahr 1903 gab es eine erste auch öffentlich verfolgte Funknachricht, die von Amerika aus über den Atlantik nach Europa gelangte – es handelte sich um Grußbotschaften zwischen dem damaligen König von England, Eduard VII, und dem US-Präsidenten Theodore Roosevelt. Obgleich auch andere Forscher und Firmen in diesem Bereich Erfolge verzeichneten, hatte Marconi kommerziell gesehen Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe das gesamte Seefunknetz unter seiner Kontrolle und gilt als wichtiger Pionier der Funktechnik.
Thomas Alva Edison
Im Bild: Frühe Glühlampen von Edison.
(Bild: Gemeinfrei)
Thomas Alva Edison (geboren 1857 in Ohio, USA) galt als Intimfeind von Nikola Tesla und Verfechter des Gleichstrom-Prinzips. Obgleich Edison dieses Themenduell verlor, zeichnet er sich für viele wichtige Erfindungen aus dem Bereich der Elektrotechnik, aber vor allem für die Kommerzialisierung von elektronischen Produkten verantwortlich. Besonders wichtig war 1879 die Erfindung einer mit einem Kohlefaden arbeitenden Glühlampe sowie. Es gab schon vorher Glühlampen, aber die Innovation von Edison sorgte für eine deutlich bessere Effizienz und in Verbindung mit dem noch heute gewohnten und 1881 patentierten Drehsockel dafür, dass Glühlampen sich rasch weit verbreiteten. Die hohe Relevanz von Edison ist auch in seiner Kommunikation zu suchen, da er Elektrizität und damit zusammenhängende Produkte und Phänomene einer breiten Öffentlichkeit zugänglich präsentierte und den Schrecken vor der damals noch Vielen unheimlichen Elektrizität nahm.
Lucien Gaulard und John Dixon Gibbs
Im Bild: Frühe Verteilnetz-Transformatoren von Gaulard und Gibbs. Mehrere dieser Transformatoren wurden 1884 auf der Turiner Elektrizitätsaustellung vorgeführt um von einer Wasserkraftanlage in Lanzo eine Leistung von 20 kW mit einer Spannung von 2000 V über 40 km nach Turin zu übertragen.
Im Jahr 1882 gab es mit dem so genannten Sekundär-Generator eine sehr wichtige Erfindung, für die sich der Franzose Lucien Gaulard und der Engländer John Dixon Gibbs verantwortlich zeichneten. Erst später wurde das Gerät so benannt, wie man heute kennt: Transformator. Durch die Erfindung wurde es möglich, Strom als Wechselstrom zu übertragen, was vor allem für die Elektrifizierung eines Landes immens wichtig ist. Denn Gleichstrom lässt sich nur über relativ kurze Distanzen übertragen, so dass eine Unmenge an Kraftwerken nötig wäre, um eine Region mit Strom zu versorgen. Schon 1884 gelang es dem Duo dank des Transformators, über eine 80 Kilometer lange Versuchsleitung Strom mit geringem Energieverlust bei einer Spannung von 2000 Volt zu transportieren.
Erasmus Kittler
Abschließen wollen wir unsere Liste mit Persönlichkeiten der Elektrotechnik mit Erasmus Kittler. Er hatte zwar keine bahnbrechenden Erfindungen vorzuweisen, ist aber für die Geschichte der Elektrotechnik-Lehre ein absoluter Pionier. Denn er führte im Jahr 1883 den weltweit ersten Studiengang für Elektrotechnik ein, und zwar an der Technischen Hochschule Darmstadt (seit 1997 die Technische Universität Darmstadt). Das Ziel des Studienganges war vor allem, für genügend Fachleute zu sorgen, da eine Elektrifizierung Deutschlands in naher Zukunft absehbar war.
Geschichte der Elektronik: Bemerkenswerte Persönlichkeiten und ihre Erfindungen