Tiefrote Zahlen Batteriekonzern Varta will Hunderte Stellen abbauen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der kriselnde deutsche Batteriekonzern macht bei der Restrukturierung ernst. 800 Stellen sollen wegfallen – fast die Hälfte davon in Deutschland.

Nachdem Varta noch vor zwei Jahren mit Vorzeigeprojekten glänzen konnte, brachen die Umsätze des Batterieherstellers im letzten Jahr drastisch ein.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Nachdem Varta noch vor zwei Jahren mit Vorzeigeprojekten glänzen konnte, brachen die Umsätze des Batterieherstellers im letzten Jahr drastisch ein.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der schwächelnde Batteriekonzern Varta hat den Abbau Hunderter Stellen angekündigt. Ein im März beschlossenes Restrukturierungsprogramm sehe Kosteneinsparungen von unternehmensweit rund 800 Vollzeitstellen vor, teilte das Unternehmen am Dienstag in Ellwangen (Ostalbkreis) mit. Unterdessen schrieb Varta tiefrote Zahlen im vergangenen Geschäftsjahr.

In Deutschland sollen laut der Angaben in den nächsten zwei Jahren rund 390 Stellen gestrichen werden, davon 240 in diesem Jahr. Kürzungen seien demnach an allen Standorten in Deutschland über alle Bereiche des Unternehmens hinweg vorgesehen. Betroffen sind demnach die Standorte in Ellwangen, Nördlingen und Dischingen.

Massive Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen

Globale Krisen hätten laut Varta zuletzt die Ergebnisse belastet und entschlossene Maßnahmen notwendig gemacht. Vor allem massive Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen sowie eine eingetrübte Konsumlaune hätten sich auf das Unternehmen ausgewirkt, hieß es. Weltweit beschäftigt Varta nach eigenen Angaben derzeit rund 4700 Menschen. Die Geschäftsleitung habe Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über das Restrukturierungskonzept aufgenommen.

Das Unternehmen sei sich seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und der Region bewusst, sagte Vorstandssprecher Markus Hackstein laut Mitteilung. „Dabei haben wir den klaren Anspruch, die Vorgaben des Restrukturierungsplans so zu gestalten, dass wir die Zukunft unseres Unternehmens absichern und gleichzeitig möglichst viele Arbeitsplätze erhalten können“, sagte Hackstein.

Erhebliche Verluste im letzten Geschäftsjahr

Das Unternehmen hatte am Dienstag auch vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 vorgelegt. Unter dem Strich fuhr das Unternehmen einen Verlust von rund 200 Millionen Euro ein. Das liege an einer außerplanmäßigen Abschreibung auf das Sachanlagevermögen in der Sparte mit Lithium-Ionen-Knopfzellen, die Varta einst so viel Wachstum beschert hatte. 2021 hatte das im SDax notierte Unternehmen noch knapp 126 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Im Tagesgeschäft schnitt Varta etwas besser ab als zuletzt befürchtet. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übertraf das Unternehmen die im November zusammengestrichene Jahresprognose und erzielte ein operatives Ergebnis von 69,5 Millionen Euro. Das ist ein deutlicher Einbruch vom Vorjahreswert von 283 Millionen Euro. Zuletzt hatte Varta nur noch 55 bis 60 Millionen in Aussicht gestellt.

Das Übertreffen der Prognose hänge aber mit Einmaleffekten in der Größenordnung von rund 10 Millionen Euro zusammen, vor allem aus Währungsumrechnungen. Der Umsatz belief sich auf 806,9 Millionen Euro – ein deutlicher Rückschritt vom Vorjahreswert 902,9 Millionen Euro. Varta legte die Zahlen erst spät vor und begründete dies mit einem Wechsel der Wirtschaftsprüfer. Viele Prozesse im Berichts- und Prüfungsprozess mussten laut der Angaben neu aufgesetzt werden. (me)

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