Nominierte des AMA-Innovationspreises 2023 Batterieelektroden, Tunnelwiderstand oder Magnetfeld-Quantensensor

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Die Jury schaut die eingereichten Entwicklungen sehr genau an. Auch wenn die Zahl von 25 Bewerbern gering anhört, so sind ihre technischen Entwicklungen bedeutsam. Fünf Unternehmen wurden jetzt nominiert.

Fünf Unternehmen aus der Messtechnik- und Sensorikbranche wurden für den AMA-Innovationspreis 2023 nominiert.(Bild:  AMA Service)
Fünf Unternehmen aus der Messtechnik- und Sensorikbranche wurden für den AMA-Innovationspreis 2023 nominiert.
(Bild: AMA Service)

Der AMA-Innovationspreis genießt in der Messtechnik- und Sensorikbranche ein hohes Ansehen. Jedes Jahr zu Beginn der Messe Sensor+Test im Mai in Nürnberg werden aus den fünf nominierten Unternehmen die Siegerteams gekürt. Bereits im März wurden die fünf nominierten Unternehmen auf der Fachpressekonferenz bekannt gegeben. Darunter sind auch drei Gewinner des Sonderpreises „Junges Unternehmen“.

In diesem Jahr bewarben sich 25 Forscher- und Entwicklungsteams aus dem In- und Ausland um den AMA-Innovationspreis. Davon kommen 14 Unternehmen aus Deutschland und elf aus dem Ausland. Dieses Jahr waren es fünf Unternehmen weniger als 2022. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von 10.000 Euro, das von der Jury geteilt vergeben werden kann.

Sieben Unternehmen bewarben sich um den Sonderpreis

Unter den 25 eingereichten Themen gab es insgesamt sieben Unternehmen, die sich auf den Sonderpreis „Junges Unternehmen“ bewarben. Sie alle sind noch nicht länger als fünf Jahre am Markt, beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von zehn Millionen Euro.

In diesem Jahr überzeugten gleich drei dieser Teams die Jurymitglieder. Darunter die AIM Systems aus dem saarländischen St. Ingbert. Das Unternehmen hat ein Messgerät eingereicht, das berührungslos Inline die Schichtdicke von Li-Ionen-Batterieelektroden misst.

Weiter nominiert wurde das Team der Quantum Technologies aus Leipzig für einen fasergekoppelten Magnetfeld-Quantensensor, der rein optisch präzise die Magnetfeldstärke misst. Das dritte Team ist Sykno aus Erlangen für ein Messsystem, um Vitalparameter berührungslos zu erfassen. Alle drei Teams erhalten einen kostenlosen Messeauftritt auf der Sensor+Test und sind zusätzlich im Rennen um den AMA-Innovationspreis 2023.

Die nominierten für den AMA-Innovationspreis im Detail

Photothermische Inline-Messung von Batterieelektroden: Teamleiter: Dr. Stefan Böttger (AIM Systems, St. Ingbert). Vorgestellt wird ein Messgerät zur berührungslosen Inline-Messung der Schichtdicke von Li-Ionen-Batterieelektroden. Die Innovation erlaubt die hochgenaue Messung von Elektrodenbeschichtungen und ist tolerant gegenüber Vibration und Welligkeit der Proben.

Sensorrevolution durch integrierte Vortex Tunnelwiderstand Technologie: Teamleiter: Dr. Armin Satz (Infineon Technologies, Neubiberg; Infineon Technologies Austria, Villach; Donau Universität Krems, Universität Wien.

Die Verwendung einer Vortex-Magnetisierung in der signalgebenden TMR-Schicht bietet in der Entwicklung von magnetischen Sensoren den Vorteil, bei minimaler magnetischer Hysterese den magnetischen Messbereich flexibel an die Anwendung anzupassen. Dabei ist die Schichtdicke und die Strukturgröße so aufeinander abgestimmt, dass sich die Vortex-Magnetisierung auch ohne äußere Initialmagnetisierung spontan immer zuverlässig einstellt. Durch die intrinsische Symmetrie der Vortex-Magnetisierung wird die Querfeldempfindlichkeit minimiert und die Phasengenauigkeit von Sensorprodukten optimiert.

QT-RH105: Erster Magnetfeld-Quantensensor für den industriellen Einsatz. Teamleiter: Dr. Robert Staacke, Quantum Technologies, Leipzig.

Der QT-RH105 ist ein fasergekoppelter Magnetfeldsensor, der rein optisch präzise die Magnetfeldstärke misst. Der Quantensensor nutzt die Magnetfeldabhängigkeit der Spinzustände von Stickstoff-Fehlstellen-Zentren in Diamanten und deren Fluoreszenz. Der Sensorkopf ist nicht dicker als ein menschliches Haar, chemisch inert, nicht-magnetisch, nicht-leitend und damit galvanisch getrennt. Im Vergleich zu gängigen Halbleitersensoren eröffnet dies vollkommen neue Anwendungsbereiche in der Magnetfeld-Sensorik.

Infrarot-TMOS-Sensor für Anwesenheits- und Bewegungserkennung, Teamleiter: Luca Fontanella STMicroelectronics, Cornaredo, Italien.

Der STHS34PF80 ist ein ungekühlter, werkskalibrierter IR-Sensor mit einer Betriebswellenlänge zwischen 5 μm und 20 μm. Der Sensor STHS34PF80 wurde entwickelt, um die Menge an IR-Strahlung zu messen, die von einem Objekt innerhalb seines Sichtfelds zur Anwesenheitserkennung ausgesendet wird. Er zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Empfindlichkeit aus und benötigt keine optische Linse, um die Anwesenheit von Personen und die Bewegung von Objekten in einer Entfernung von bis zu vier Metern zu erkennen, was den Sensor zu einem idealen Ersatz für herkömmliche PIR-Lösungen auf dem Markt macht.

Berührungsloses Messsystem für Atmung, Herzschlag und Herztöne, Teamleiter: Dr. Fabian Michler, Sykno, Erlangen.

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Sykno präsentiert ein Messsystem zur berührungslosen Erfassung von Vitalparametern. Es kann beispielsweise unter dem Patientenbett angebracht werden und durchdringt Matratze und Kleidung des Patienten. Mittels radarbasierter Abstandsmessung können Herzschlag, Atem-Rate und Herztöne in medizinischer Qualität erfasst werden, ohne dass Klebeelektroden wie beim konventionellen EKG benötigt werden. Das System zeichnet sich im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten durch seine hohe Messpräzision aus, die erstmalig eine Messung der Herztöne und damit feinster Oberflächenvibrationen ermöglicht.

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