Variantenmanagement

AUTOSAR-konforme Entwicklung variantenreicher Systeme

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Fallstudie BMW: Condition Based Service

Die Evaluierung von v.control wurde bei der BMW Group anhand der aktuellen Entwicklung des Condition Based Service (CBS) durchgeführt. CBS ist eine Mehrwertfunktion im Komfortbereich, die die im Fahrzeug anfallenden Daten über den Zustand unterschiedlicher Verschleißteile verwendet, um daraus optimierte Serviceintervalle zu berechnen. CBS wird in jedem Fahrzeug eingesetzt und muss daher alle Varianten von möglichen Verschleißteilen und Anzeigegeräten unterstützen. Außerdem sollte CBS bereits AUTOSAR-konform entwickelt werden.

In der Fallstudie wurden die zu berücksichtigenden Fahrzeugmerkmale, die funktionalen Anforderungen an das E/E-System und unterschiedliche Lösungsarchitekturen für die Software mit v.control modelliert. Da v.control auch eine Metrikkomponente besitzt, konnten die Lösungsmöglichkeiten quantitativ miteinander verglichen und die objektiv beste ausgewählt werden. Im nächsten Schritt wird das Variantenmanagement mit v.control im Bereich der Software-Security angewendet. Gerade hier wird aktuell nach einer Lösung gesucht, die durch Standardisierung geeignete Architekturen und Komponenten definiert, mit denen Security als konfigurierbare Bausteinlösung für alle Fahrzeuge zur Verfügung gestellt wird.

Fazit: Die Entwicklung des Werkzeugs und sein Einsatz in der Fallstudie haben gezeigt, dass Variantenmanagement im Bereich der Automotive-Softwareentwicklung nicht auf die Konfiguration und Komposition von Basissoftwarekomponenten beschränkt bleiben muss. Bereits die vielfältigen Kundenanforderungen können mit einem erweiterten Komponentenansatz als flexible Anforderungsarchitektur erfasst und umgesetzt werden. Die Werkzeugumgebung muss, wie mit v.control prototypisch demonstriert wurde, dafür sorgen, dass die Zusammenstellung der Anforderungskomponenten für jedes individuelle Fahrzeug systemweit funktioniert, und dass geeignete Lösungsarchitekturen auf der Softwareseite zur Verfügung stehen. Den Nutzen eines so unterstützten architekturzentrierten Variantenmanagements hat v.control dabei auch nachgewiesen: die Entscheidung für die richtige Softwarelösung wird durch wiederholbare und nachvollziehbare Bewertungen objektiv unterstützt. Der Prozess wird transparent.

*Dipl.-Ing Markus Hardt ist Leiter der Abteilung Verlässliche technische Systeme (VTS) am Fraunhofer ISST. Dr. Martin Große-Rhode ist als Senior Scientist am Fraunhofer ISST verantwortlich für die wissenschaftliche Entwicklung im Bereich Embedded Systems Engineering.

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