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Inzwischen haben aber auch andere Anwender erkannt, dass der einmalige Mehraufwand für die Installation (Platz, Montage und Gerätepreis) durch die Einsparungen (Stillstandszeiten, Rückfragen) bei weitem kompensiert wird. Dabei muss es sich bei dem geschalteten Motor gar nicht um den Hauptantrieb einer Maschine handeln. So ist der Einsatz von Drehrichtungsrelais auch dort sinnvoll wo zum Beispiel Kühlmittelpumpen oder Ventilatoren mit Drehstrommotoren angetrieben werden und der Hauptantrieb frequenzgesteuert ist.
Drehrichtungsrelais werden zwischen Motor und Netzseite eingebaut, möglichst nah an der Verbindung zum Netz, aber auf jeden Fall so, dass zwischen Relais und Motor eine feste, im Normalfall nicht mehr zu verändernde Verdrahtung besteht. Bei Motoren, deren Drehrichtung umgeschaltet werden soll, muss das Relais netzseitig vor dem Wendeschütz montiert werden. Der Einbauort kann ein Schaltkasten, ein extra Gehäuse oder beispielsweise auch ein Pumpenkopf sein.
Für jeden Strom das passende Relais
Das Drehrichtungsrelais DRR 10 (Bild 1) von Ziehl schaltet Ströme bis 12 A direkt. Die Einschaltströme dürfen 30 A für 4 s bzw. 60 A für 2 s nicht überschreiten.
Das Gerät kann zusätzlich im Motor eingebaute Kaltleiter überwachen und so den Motor vor Übertemperatur schützen (Bild 2). Je nach Anwendung wird der Motorschütz durch das DRR 10 sogar überflüssig.
Bei höheren Strömen oder bei hohen Anlaufströmen empfiehlt sich der Einsatz des DRR 20 (Aufmacherbild).
Hier wird der Strom über Schütze geschaltet (Bild 3). Das heißt für die Phasendrehung wird ein zweiter Schütz angeschlossen. Das DRR 20 überwacht das Drehstromnetz zusätzlich auf Unterspannung und Asymmetrie. Die Grenzwerte sind ebenso einstellbar wie eine Ansprechverzögerung.
Beim Einsatz als Drehrichtungsrelais werden die beiden eingebauten Relais in Reihe geschaltet. Relais K2 zieht bei einem Rechtsdrehfeld an. Erst wenn K2 in der richtigen Stellung ist, alle drei Phasen vorhanden sind und Symmetrie sowie Spannung stimmen, zieht das Relais K1 an und der Motor wird eingeschaltet. Wird während des Betriebs eine Asymmetrie oder Unterspannung in mindestens einer Phase erkannt, dann schaltet das DRR 20 nach der eingestellten Ansprechverzögerung ab. Der Betrieb bei Unterspannung oder Asymmetrie führt zu einer Erwärmung des Motors, was langfristig die Lebensdauer verkürzt. Das DRR 20 schützt den Motor davor.
Das 70 mm (4 TE) breite Verteilereinbaugehäuse des DRR 10 (Einbautiefe 55 mm) eignet sich zum Einbau in Verteiler oder Schaltschränke oder zur Montage in Kleingehäuse mit der erforderlichen Schutzart. Das 22,5 mm breite Gehäuse des DRR 20 eignet sich zum Einbau in Schaltschränke.
*Herbert Wahl ist Verkaufsleiter bei Ziehl industrie-elektronik.
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