Medizin-Elektronik Android-Handy wird zum Herzmonitor
Das niederländische Forschungsinstitut IMEC hat ein System entwickelt, das Android-Handys zu einem mobilen Elektrokardiogramm verwandelt.
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Die Innovation des IMEC ist ein drahtloses Übertragungssystem zwischen den am Körper getragenen EKG-Sensoren und dem Smartphone, das kaum Energie verbraucht. Forscher sehen in solchen Body Area Networks (BAN) einen wichtigen Zukunftsmarkt im Bereich der E-Health.
Bei dem System werden die Daten der Sensoren auf der Haut von einem Mikroprozessor gesammelt, der an einem Band um den Hals getragen wird. Ein Low-Power-Transmitter vom Typ nRF24L01+ überträgt die Informationen auf einen Empfänger im miniSD-Kartenschacht des Handys.
Die von dem EKG-Gürtel drahtlos gesendeten Informationen werden auf dem Android-Handy aufbereitet und ausgewertet. Die Herztätigkeit kann direkt auf dem Handy-Display beobachtet werden. Viel wichtiger aber: die Informationen können über die Datenverbindung des Smartphones auch an einen Arzt oder ein Krankenhaus übermittelt werden. Übersteigen die Werte bestimmte Grenzen, wird per Mail oder SMS Alarm ausgelöst.
"Die Überalterung der Gesellschaft in Verbindung mit den rasch steigenden Kosten der Gesundheitsversorgung erfordert neue Lösungen", so die Forscher. Dank des Android-EKGs könnten Patienten, die sonst stationär behandelt werden müssten, auch zu Hause überwacht werden.
Für die Fernüberwachung nutzen die Forscher das Standard-Interface Secure Digital Input Output (SDIO) von Android. Damit lässt sich zum Beispiel neben den medizinischen Informationen auf der Standort des Nutzers übermitteln, um ihn im Notfall lokalisieren zu können.
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