Wärmemanagement Alle Synergien nutzen

Redakteur: Kristin Rinortner

Im Bereich thermisches Management gibt es Hersteller von Materialien mit dem verlängerten Arm der Distribution, man findet reine Verarbeiter oder aber eine Art Vertriebs- bzw. Ingenieurbüro.

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Im Bereich thermisches Management gibt es Hersteller von Materialien mit dem verlängerten Arm der Distribution, man findet reine Verarbeiter oder aber eine Art Vertriebs- bzw. Ingenieurbüro. Hala Contec geht das Thema mit einem ganzheitlichen Konzept an, das Entwicklung, Simulation, Konstruktion und Fertigung verbindet.

„Vom Dichten und Denken“. So lautet der Slogan, den man auf der Internetseite des schwäbischen Unternehmens Hala findet. „Das Dichten und Denken leitet sich aus der Geschichte von Hala ab. Mein Ur-urgroßvater hat 1919 mit der Dichtungstechnik begonnen“, erzählt der jetzige Geschäftsführer der Firma Marc Hübner. „Selbstverständlich sind wir nicht stehen geblieben. Wir haben weiter gedacht, welche Kunden für unser Know-how und unser Businessmodell in Frage kommen könnten.“

1919 gründete Hans Langguth ein Unternehmen, das Flachdichtungen produzierte. Mitte der sechziger Jahre kam dann der Bereich Isoliertechnik hinzu, da der geeignete Maschinenpark vorhanden war. Auf diesem Weg gewann man Kunden aus der Elektrobranche. Heute rückt das Thema Wärmemanagement in den Mittelpunkt und soll neben der Dichtungs- und Isoliertechnik zum dritten Standbein werden.

Vom Isolierwerkstoff zum thermischen Management

Der Weg dorthin erscheint logisch. Die Firmen, die Bedarf an Isolierwerkstoffen haben, suchen heute zunehmend auch Wärmeleitmaterialien. Man investierte und gründete Ende 2005 mit Hala Contec ein Tochterunternehmen für Beratungs- und Dienstleistungen für das thermische Management in Ottobrunn bei München.

Die Anwender kommen überwiegend aus der Industrieelektronik. Schwerpunkte liegen auf den Gebieten Automotive, Medizintechnik und Automatisierungstechnik. „Das sind alles Bereiche, in denen isoliert werden muss und auch Wärmemanagement notwendig ist“, erläutert der Geschäftsführer der Hala Contec Dr. Wilhelm Pohl.

Das Interesse am thermischen Management ist relativ neu. Doch der Bereich wachse extrem, erklärt Pohl. Das bezieht sich einerseits auf die Sparte Leistungselektronik, in der immer höhere Leistungen bei steigender Kompaktheit gefordert werden. Andererseits auf die Lötprozesse, die im Zuge der RoHS-Richtlinie neu definiert werden müssen.

Vor diesem Hintergrund beziffert Pohl das Marktwachstum mit 10 bis 30% abhängig von der jeweiligen Branche.

Alles aus einer Hand

Mit Partnern im Bereich Konstruktion und Simulation offeriert man dem Kunden eine Lösung aus eigener Fertigung, die optimale Interfacematerialien nutzt.

Bei der Erarbeitung und Lösung einer Problemstellung setzt man sehr weit vorne an, wenn möglich schon in der Vorausentwicklung. Nur so lässt sich das Wirken an der Schnittstelle Dichten, Isolieren und thermisches Management zu einem Optimum führen.

Kein Gießkannen-Prinzip

„Wir haben festgestellt, dass viele unserer Wettbewerber im Grunde genommen Distributoren sind, das heißt, sie arbeiten sehr eng mit wenigen Lieferanten zusammen. Wir verfolgen den Ansatz alles vom Kunden ausgehend zu betrachten. Demzufolge haben wir auch mehr als einen Lieferanten für die spezifischen Materialien und wählen unter mehreren Anbietern die beste Lösung aus.“

Ausgehend von den Applikationen der Kunden wurde auf der Homepage ein thermischer Navigator als Orientierungs- und Design-in-Hilfe für thermische Interface-Werkstoffe implementiert. Hier sind für typische Fälle die besten Materialien zusammengestellt. Derzeit integriert man acht unterschiedliche Anbieter.

Das Portfolio soll ständig um Produzenten mit neuen Produkten erweitert werden. Wir haben hier „eine lebende Plattform von Anwendungskompetenz und Plattform bezogener Vielfalt ohne ausufernd zu sein“ meint Pohl.

Systemintegration

Um ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten zu können, nutzt das Tochterunternehmen die bestehende Infrastruktur der Mutterfirma. Das fängt bei der kompletten Beschaffung der Materialien an und schließt die Auftragsabwicklung bis hin zur Logistik und Qualitätsmanagement ein, so dass sich Hala Contec ganz auf Vertrieb und Beratung konzentrieren kann.

Pohl und Hübner planen für das Jahr 2008 einen Umsatzanteil des Bereichs thermisches Management von 25% am Gesamtumsatz von Hala und möchten zu diesem Zeitpunkt auch die Gewinnschwelle überschreiten. Als Markt fokussiert Pohl Europa. Im nahe gelegenen Ausland arbeitet man deswegen mit komplementären Partnern zusammen.

„Wir nutzen alle möglichen Synergien zwischen den vorhandenen Bereichen. Das liegt im Interesse des Kunden, einen kompetenten Partner zu haben, der auch die Wirtschaftlichkeit zur Maxime macht“ konstatiert Pohl.

Bisher hat sich bestätigt, dass der ursprüngliche Kundenstamm für das neue Thema thermisches Management sehr offen ist.

Hala Contec, Tel. +49(0)89 66547783

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