Project Zero AgustaWestland entwickelt elektrisches Schwenkrotor-Flugzeug
Ein rein elektrisch angetriebenes Schwenkrotor-Flugsystem hat AgustaWestland entwickelt und nun erstmals öffentlich präsentiert.
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Schwenkrotor-Fluggeräte sind Traum und Alptraum von Flugzeug-Entwicklern. Traum, weil sie die Vorzüge von Helikopter (senkrechtes Starten und Landen sowie Schwebeflug) und Flugzeug (schnelle horizontale Fortbewegung) verbinden. Alptraum, weil die Schwenkrotor-Technologie nicht gerade einfach zu beherrschen ist. Der italienisch-britische Luftfahrtkonzern AgustaWestland treibt das Spiel jetzt noch weiter und entwickelt ein Schwenkrotor-System mit komplett elektrischem Antrieb.
Allzuviel ist über das "Project Zero" bislang nicht bekannt. In einer kurzen Presseerklärung auf der Luftfahrt-Show Heli-Expo in Las Vegas hieß es, dass der Technologie-Demonstrator innerhalb von sechs Monaten entwickelt wurde und seit Juni 2011 mehrere unbemannte Testflüge unternommen habe. Dabei wurde der elektrische Rotorantrieb aus Batterien gespeist.
Künftige Modelle könnten aber in einer Art Hybridantrieb von einem Diesel-Generator gespeist werden. Während das System am Boden steht, könnten die Batterien auch mit Hilfe der Rotoren aufgeladen werden, die dann als Windturbinen agieren würden.
Auch die gesamten Flugkontrollsysteme sowie das Einziehfahrwerk werden elektrisch angetrieben, so dass auf ein hydraulisches System komplett verzichtete werden konnte - ebenso wie auf eine mechanische Kraftübertragung und Taumelscheiben bei den Rotoren.
Auf dem einzigen bislang veröffentlichten Foto des Project-Zero-Fluggeräts sieht man, dass für den Kipprotor eine ungewöhnliche Konstruktion gewählt wurde. So befinden sich die Rotoren mitsamt ihren Antriebmotoren in einem Ring, der die Tragflächen mit dem Rumpf verbindet und werden innerhalt dieses Rings um mehr als 90 Grad geschwenkt. Bei herkömmlichen Schwenkrotor-Konzepten wie etwa der Boeing V-22 Osprey sind die Rotoren an den Flügelenden befestigt und werden dort geschwenkt.
Beim Project-Zero-Prototyp sind die Tragflächen (mit Winglets) abnehmbar, um zusätzlich einen reinen Helikopter-Betrieb zu ermöglichen. AgustaWestland-Chef Daniele Romiti sagte, sein Unternehmen sei überzeugt vom Schwenkrotorkonzept: "Es ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und Reichweiten als klassische Helikopter." AgustaWestaland ist jedenfalls kein Neuling im Bereich der Schwenkrotor-Technologie: Mit der AW609 (siehe Bildergalerie) bietet AgustaWestland bereits ein konventionell angetriebenes Schwenkrotor-Fluggerät an.
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