Fraunhofer-Studie Acht Thesen zur Produktionsarbeit der Zukunft

David Franz

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Der Frage, wie die Produktionsarbeit der Zukunft aussehen wird, gingen die Forscher des Fraunhofer IAO in ihrer aktuellen Studie nach. Im Fokus standen innovative Lösungsansätze durch neue Technologien sowie die Auswirkungen des Megatrends Flexibilität.

(Foto:  Clipdealer)
(Foto: Clipdealer)

In den vergangenen Jahren haben wir die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit und anschließend eine rasanten wirtschaftlichen Erholung erlebt. Diese Entwicklung hat gezeigt, dass die Produktion ein Garant für die stabile Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist. Welche Antworten bietet die Produktionsarbeit aber auf die zukünftigen Herausforderungen für Unternehmen?

Mit Hilfe einer Befragung unter produzierenden Unternehmen und Produktionsexperten hat das Fraunhofer IAO untersucht, welche Rolle der Einsatz von neuen Technologien wie Mobilgeräten oder Social Media spielt. Ebenso analysierten die Forscher, wie sich der Megatrend Flexibilität auf die Produktionsarbeit auswirkt.

In der Studie "Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0" stand die Frage im Mittelpunkt, wohin sich die Produktionsarbeit unter den vorherrschenden Bedingungen entwickeln wird.

Als Ergebnis konnten die wichtigsten erfolgskritischen Faktoren für eine innovative und wettbewerbsfähige Produktionsarbeit der Zukunft identifiziert werden.

Die zentralen Ergebnisse der Studie lassen sich in acht Hauptaussagen zur Erwartungshaltung an die Produktionsarbeit der Zukunft zusammenfassen:

  • Automatisierung wird für immer kleinere Serien möglich – dennoch bleibt menschliche Arbeit weiterhin wichtiger Bestandteil der Produktion.
  • Flexibilität ist nach wie vor der Schlüsselfaktor für die Produktionsarbeit in Deutschland – in Zukunft aber noch kurzfristiger als heute.
  • Flexibilität muss in Zukunft zielgerichtet und systematisch organisiert werden – "Pauschal-Flexibilität" reicht nicht mehr aus.
  • Industrie 4.0 heißt mehr als CPS-(Cyber-Physical-Systems)-Vernetzung. Die Zukunft umfasst intelligente Datenaufnahme, -speicherung und -verteilung durch Objekte und Menschen.
  • Dezentrale Steuerungsmechanismen nehmen zu. Vollständige Autonomie dezentraler, sich selbst steuernder Objekte gibt es aber auf absehbare Zeit nicht.
  • Sicherheitsaspekte (Safety und Security) müssen schon beim Design intelligenter Produktionsanlagen berücksichtigt werden.
  • Aufgaben traditioneller Produktions- und Wissensarbeiter wachsen weiter zusammen. Produktionsarbeiter übernehmen vermehrt Aufgaben für die Produktentwicklung.
  • Mitarbeiter müssen für kurzfristigere, weniger planbare Arbeitstätigkeiten on-the-job qualifiziert werden.

Die Ergebnisse spiegeln die vorhandene Erwartungshaltung in Theorie und Praxis. Sie sollen als Anstoß und Diskussionsgrundlage dienen, um die Produktionsarbeit in Deutschland nachhaltig wettbewerbsfähig zu gestalten.

Mitgestalten möglich

Das Fraunhofer IAO startet ab 2013 das Innovationsnetzwerk "Produktionsarbeit der Zukunft - Industrie 4.0", in dem Industrieunternehmen und Forschungspartner gemeinsam an Antworten und Lösungen für die Zukunft der Produktionsarbeit in Deutschland arbeiten. Mit dem "Zukunftslabor Industrie 4.0" schafft das Fraunhofer IAO die Möglichkeit, Anwendungsfälle für ihre Produktion nach dem Industrie 4.0-Prinzip zu erforschen, z. B. die Schnittstelle zwischen dem arbeitenden Menschen und der intelligent vernetzten Industrie 4.0.

Methodik

Basis der Studie war eine zweiteilige Befragung.

661 produzierende Unternehmen nahmen zunächst an einer kombinierten postalischen und Online-Befragung teil. Bei drei von vier der Teilnehmenden handelte es sich um Geschäftsführer, Produktionsoder Werkleiter. Ergänzend dazu wurden Interviews mit 22 namhaften Experten der deutschen Produktion durchgeführt, darunter Vertreter innovativer Produktionsund High-Tech-Unternehmen, führende Wissenschaftler aus den Themengebieten Produktionsarbeit und Industrie 4.0 sowie Verbands- und Gewerkschaftsvertreter.

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