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- Die Wahl der richtigen Kühlung und die Modellierung des Kühlverhaltens sind schwierig. Kann man sicher sein, dass die Kühlung ausreicht? Wenn ein Lüfter erforderlich ist, wie wird dieser spezifiziert?
- Wenn ein Referenzdesign zum Einsatz kommt, kann dieses auch ungenau sein – vor allem wenn sich der Chiphersteller auf eine Simulation verlässt anstatt auf die Konstruktion und das Testen des eigentlichen Netzteils.
- Selbst wenn das Referenzdesign ordentlich getestet wurde, können einfache Änderungen zu großen Veränderungen der Leistungsfähigkeit führen.
- Nur wenige Projekte verlaufen nach Zeitplan. Das Design des eigenen Netzteils erhöht das Risiko, sodass sich das gesamte Projekt verzögert.
- Zuverlässigkeit stellt sich nur im Laufe der Zeit ein; der Ruf ist allerdings sofort ruiniert. Wäre es nicht besser, ein bewährtes Design zu kaufen?
- Zulassungen und Zertifizierungen können sich als schwierig erweisen. Immer strengere Standards und Regulierungsbehörden in verschiedenen Ländern stellen hohe Anforderungen.
Kundenspezifisch oder Standard?
Es gibt natürlich bestimmte Anwendungen, die ein kundenspezifisches Design erfordern. Die Gründe für eine solche Wahl können sein:
- Ein Leistungsparameter ist so entscheidend, dass nur ein kundenspezifisches Netzteil in Frage kommt, da kein kommerziell erhältliches Modell diesen Parameter hoch genug bedient.
- Der Formfaktor des Produkts ist ungewöhnlich und kein anderes Netzteil passt in das zur Verfügung stehende Platzangebot.
- Man zielt auf ein Massenprodukt für den Consumer-Markt ab. Dann kann sich die Investition in ein eigenes Design lohnen, wenn die Stückzahlen hoch genug sind.
- Die Anforderungen an das Netzteil sind sehr hoch, z.B. für hohe Spannungen, und kein Anbieter kann diese Anforderungen erfüllen – obwohl eventuell ein Netzteil zur Verfügung steht, das sich modifizieren lässt.
- Die Anforderungen sind geringer als die der Standardprodukte. Also ist ein eigenes Low-Cost-Design ausreichend.
Eine Eigenentwicklung erfordert viel Erfahrung

Für die meisten Projekte ist ein kommerziell erhältliches Netzteils die richtige Entscheidung. Es spart Zeit, verringert das Risiko und ermöglicht dem Entwicklerteam, sich auf die eigentliche Funktion ihres Projekts zu konzentrieren. Werden alle Kosten berücksichtigt, einschließlich die Entwicklungsressourcen, sind die Gesamtkosten eines fertigen Netzteils vergleichbar oder geringer als für ein eigenentwickeltes Netzteil.
Netzteil-Hersteller passen ihre Produkte meist auch kundenspezifisch an, um nicht standardgemäße Anforderungen zu erfüllen – selbst bei relativ kleinen Stückzahlen, die in die Hundert gehen. Jedes Projekt ist anders, aber es lohnt sich eine Abwägung, ob ein eigenes Netzteil-Design sinnvoller ist, oder ob die zeit- und kostensparende Standardlösung schneller zum Ziel führt.
* Don Knowles ist Vice President Engineering bei N2Power in Simi Valley, Kalifornien, USA.
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