Rekord bei DDoS-Attacke 7,3 Terabit pro Sekunde: Die bislang größte aufgezeichnete DDoS-Attacke

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Der weltweit agierende Internet-Infrastrukturdienstleister Cloudflare hat Mitte Mai 2025 eigenen Angaben zufolge die bisher größte DDoS-Attacke auf einen Kunden, einen Hosting-Provider, aufgezeichnet. In nur 45 Sekunden wurden insgesamt 37,4 Terabyte an Daten abgefeuert.

DDoS-Attacken bringen Server mächtig ins Schwitzen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
DDoS-Attacken bringen Server mächtig ins Schwitzen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

DDoS-Attacken werden wieder beliebter. Im ersten Quartal 2025 berichtete Internet-Infrastrukturdienstleister Cloudflare von 20,5 Millionen DDoS-Angriffen, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Zuwachs von 358 Prozent entspricht. Cloudflare ist ein international tätiger Dienstleister, dessen Services als sogenannter Reverse Proxy zwischen dem Nutzer und der Website sitzen. Dadurch können die Lösungen des Anbieters Inhalte zwischenspeichern, filtern, blocken und schützen, ohne dass der Websitebetreiber eigene Server oder Sicherheitslösungen bauen muss. Andere Anbieter wie Akamai oder AWS Shield werden den meisten Internetnutzern ebenfalls ein Begriff sein.

Ein DDoS (Distributed Denial of Service) ist eine verbreitete Methode der Internetkriminalität, bei der Systeme durch massenhafte Anfragen lahmgelegt werden. Das passiert oft über ein großes Netzwerk aus gehackten Computern (sogenanntes Botnetz). Der Server ist dann so überlastet, dass er nicht mehr auf echte Nutzer reagieren kann. Ein DDoS ist wie ein Stau auf der Datenautobahn – nur absichtlich verursacht.

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Welche Ausmaße die DDoS-Attacken annehmen können, zeigt ein Bericht von Cloudflare vom 19. Juni 2025. Innerhalb von 45 Sekunden wurden sagenhafte 37,4 Terabyte Datenmüll auf die Server eines Hosting-Providers abgefeuert, einem Kunden von Cloudflare – das entspricht 7,3 Terabit pro Sekunde (Tbps). Die zuvor von Cloudflare größten aufgezeichneten DDoS-Attacken erreichten 6,5 Tbps und 4,8 Milliarden verschickte Datenpakete pro Sekunde. Die im Mai 2025 aufgezeichnete Attacke übertraf den bisherigen „Höhepunkt“ um rund zwölf Prozent.

Die Datenmenge ist kein Rekord, die Geschwindigkeit schon

„37,4 Terabyte sind in den heutigen Maßstäben keine schwindelerregende Zahl, aber 37,4 Terabyte in nur 45 Sekunden zu sprengen schon“, halten die Leute von Cloudflare fest. Sollten Sie sich diese Mengen an Daten nicht vorstellen können, dann grämen Sie sich nicht, denn Cloudflare liefert ein paar passende Beispiele zum Vergleich: „Das entspricht der Überflutung Ihres Netzwerks mit über 9.350 HD-Filmen in voller Länge oder dem Streaming von 7.480 Stunden High-Definition-Videos ohne Unterbrechung (das ist fast ein Jahr Binge-Watching am Stück) in nur 45 Sekunden. Wenn es sich um Musik handeln würde, würden Sie etwa 9,35 Millionen Songs in weniger als einer Minute herunterladen – genug, um einen Hörer 57 Jahre lang durchgehend zu beschäftigen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten 12,5 Millionen hochauflösende Fotos auf Ihrem Smartphone knipsen und der Speicherplatz ginge Ihnen nie aus – selbst wenn Sie jeden Tag ein Foto machen würden, müssten Sie 4.000 Jahre lang klicken – aber in 45 Sekunden.“

Bei dem Angriff wurde ein einzelner Server gezielt mit einem massiven DDoS-Angriff überlastet. Dabei wurden über 20.000 verschiedene Ports gleichzeitig pro Sekunde angegriffen, in der Spitze sogar über 34.000. Solche flächendeckenden Angriffe (auch „Carpet Bombing“ genannt) zielen darauf ab, nicht nur einen Dienst, sondern sämtliche möglichen Zugänge eines Servers gleichzeitig lahmzulegen. Zusätzlich wurden auch zehntausende unterschiedliche Absenderports verwendet, was die Erkennung und Filterung des Angriffs erschwert. Den besten Schutz gegen eine solche Attacke stellt eine Kombination aus Cloud-Diensten, Netzwerksicherheit und sauber konfigurierter Infrastruktur dar.

Angriff der Zombierechner

Der beschriebene DDoS-Angriff ging von über 122.000 IP-Adressen aus, verteilt auf 5.433 autonome Netzwerke in 161 Ländern. Besonders auffällig: Fast die Hälfte des Traffics stammte aus Brasilien und Vietnam. Weitere Anteile kamen aus Taiwan, China, Indonesien, der Ukraine, Ecuador, Thailand, den USA und Saudi-Arabien. Im Durchschnitt waren pro Sekunde über 26.000 unterschiedliche IPs aktiv – mit Spitzenwerten von über 45.000.

Diese globale Verteilung ist ein typischer Hinweis auf ein Botnetz, ein Netzwerk aus infizierten Geräten, die als sogenannte Zombierechner ferngesteuert Angriffe ausführen. Solche Geräte können PCs, Router oder IoT-Komponenten wie Smart-TVs oder Kameras sein. Sie arbeiten im Hintergrund unbemerkt weiter, während sie automatisierte Anfragen an das Angriffsziel senden.

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Die Vielzahl an Ländern und Netzwerken macht es schwierig, solche Angriffe zu filtern, da der Datenverkehr oft wie regulärer Nutzerzugriff aussieht. Cybersicherheit wird deshalb auch bei kleineren, vernetzten Geräten zunehmend zur Pflicht. Weitere Details zu der Attacke finden Sie im Blog von Cloudflare(sb)

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