Meilensteine der Elektronik 50 Jahre FERCHAU – Ausschnitte einer bewegten Firmengeschichte
„Wir sprechen Technik. Seit 50 Jahren.“ Unter diesem Motto feiert Deutschlands Nr. 1 im Engineering 2016 ihr 50-jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrhundert FERCHAU – das sind nicht nur 50 Jahre Firmenhistorie, sondern auch 50 Jahre Zeitgeschichte.
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In den sechziger Jahren suchte die chemische Industrie händeringend nach Ingenieuren. Zu dieser Zeit kam Heinz Ferchau die Geschäftsidee, Unternehmen bei Auftragsspitzen mit dem Angebot passgenauer Engineering-Dienstleistungen im Bereich Mechanik und Konstruktion zu unterstützen. So gründete er am 1. Juli 1966 das Gummersbacher Familienunternehmen unter dem Namen FERCHAU Konstruktion. Damit war die Branche Engineering-Dienstleistungen geboren. Das Ein-Mann-Unternehmen gewann schnell namhafte Kunden, vor allem aus der Chemie- und Kunststoffbranche, und wuchs innerhalb von zwei Jahren auf 100 Mitarbeiter in drei Niederlassungen. Schon früh erkannte Heinz Ferchau die Notwendigkeit, seinen Kunden räumliche Nähe zu bieten und schnell und flexibel auf Anfragen der Unternehmen zu reagieren. Die Gründung weiterer Niederlassungen an strategisch wichtigen Orten war da nur ein konsequenter Schritt. Bis 1975 verfügte FERCHAU Konstruktion über insgesamt sechs Standorte. Zum 10-jährigen Jubiläum beschäftigte der Engineering-Dienstleister bereits 300 Mitarbeiter. Über die Jahre entwickelte sich das Niederlassungsnetz immer weiter – bis hin zu 20 Standorten in 1990. Mit der stetigen Entwicklung der Organisationsstrukturen rückte auch die Zufriedenheit des Mitarbeiters immer weiter in den Fokus: So ermöglichte unter anderem die regionale Ausweitung durch die Gründung neuer Standorte nicht nur eine schnelle Abstimmung mit den Kunden, sondern brachte auch für die Mitarbeiter kürzere Wege zwischen Büro, Kunden und Familie mit sich.
1989, im Jahr der Wiedervereinigung, schrieb FERCHAU Konstruktion das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit seiner Gründung und blickte mit 1.700 Mitarbeitern optimistisch in die Zukunft. Doch im 25. Jubiläumsjahr kippte die Weltkonjunktur, wovon ebenso die Volkswirtschaft in Deutschland und damit auch FERCHAU betroffen war. Erst 1994 gingen die Unternehmen wieder dazu über, immer mehr Aufgaben outzusourcen. Heinz Ferchau ergänzte in diesem optimistischen konjunkturellen Umfeld das Dienstleistungsangebot des Unternehmens und begann mit der Privaten Arbeitsvermittlung. Ebenfalls schloss FERCHAU in diesem Jahr die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 erfolgreich ab und verbriefte damit die Qualitätsmerkmale, die die Zusammenarbeit mit Kunden festigten.
Frank Ferchau, Sohn des Unternehmensgründers, trat 2001 in die Geschäftsführung ein. Zwei Jahre später wurde FERCHAU Konstruktion in FERCHAU Engineering umbenannt. 2005 übergab Heinz Ferchau schließlich den Vorsitz der Geschäftsführung an seinen Sohn Frank Ferchau, der das Unternehmen ebenfalls stetig weiterentwickelte. So wagte das Unternehmen unter seiner Führung den Schritt in die Internationalität: FERCHAU AVIATION, die erste eigenständige Tochter der FERCHAU Engineering GmbH, expandierte ins Ausland und ging in Toulouse an den Start. Damit wurden die Kompetenzen im Bereich der Luft- und Raumfahrt erheblich gestärkt. Heute, elf Jahre später, ist AVIATION nicht nur in Toulouse und seit letztem Jahr in Paris, sondern auch in Spanien, England und in Indien vertreten.
Mit den drei Leistungsbausteinen Engineering Competence, Engineering Support und Managed Services im In- und Ausland passte Frank Ferchau das Dienstleistungsangebot kontinuierlich an die Kundenbedarfe an. Auch hatte er über die Jahre weitere Branchen erschlossen: Mit den sieben Fachbereichen Anlagenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Informationstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau sowie Schiffbau und Meerestechnik ist FERCHAU heute in allen relevanten Engineering- und IT-Feldern tätig. Um dem steigenden Wachstum und organisatorischen Veränderungen zu begegnen, wurde in ein selbst entwickeltes CRM-Tool investiert. Damit konnten Abläufe in übergreifender Form definiert und standardisiert werden – ein enormer Vorteil auch für Großunternehmen, die FERCHAUs Dienstleistungen standortübergreifend nutzen und von einem zentralen Key-Account-Management profitieren.
Zufriedene Mitarbeiter bildeten schon immer das Kapital des Unternehmens. Deshalb hatte FERCHAU schon sehr früh verschiedene Weiterbildungsprogramme und Zufriedenheitsanalysen in die Unternehmenskultur implementiert. Ab dem Jahr 2006 zählte die Mitarbeiterbindung zu einem der wichtigsten Unternehmensziele. Auch heute werden in regelmäßigen Gesprächen neue Karrierewege für die einzelnen Mitarbeiter ausgelotet. Zahlreiche Mitarbeiterveranstaltungen tragen zum Teambuilding bei und werden seit 2008 durch wöchentliche Sportangebote ergänzt. Aber auch auf Kundenseite werden regelmäßig Zufriedenheitsanalysen ausgewertet, um die Zusammenarbeit nachhaltig und kontinuierlich zu verbessen.
Um die Nachfrage nach schnellem und punktuell verfügbarem Know-how von Experten in allen Engineering- und IT-Bereichen jederzeit bedienen zu können, entwickelte FERCHAU das Portal „My FERCHAU Experts". Die auf Desktop, Tablet und Smartphone nutzbare Webapplikation umfasst über 20.000 Profile von Engineering-Spezialisten und IT-Consultants.
Zusätzlich sind rund 22.000 Freelancer im Expertenpool FERCHAU Freelance gelistet.
Im Jahr 2011 hatte FERCHAU seine heutige Firmenzentrale in Gummersbach auf dem Steinmüller-Gelände bezogen. 2012 entwickelte das Familienunternehmen zusammen mit der IG-Metall einen neuen eigenen Haustarifvertrag, der – einzigartig in der Branche – das Gleichbehandlungsprinzip für alle Mitarbeiter vorsieht. Die neue Regelung trat im Juli 2013 für alle Engineering-Dienstleistungen in Kraft. In Linz gründete das Unternehmen 2014 schließlich die FERCHAU Engineering Austria GmbH. Im selben Jahr hatte FERCHAU mit der Eröffnung des Center of Competence (CoC) medical eine weitere Vorreiterrolle im Bereich Medizintechnik eingenommen. Für sein umfassendes Managementsystem in den Bereichen Design und Herstellung hatte FERCHAU kurze Zeit später das Qualitätsmanagementsystem-Zertifikat EN ISO 13485:2012 + AC:2012 erhalten.
Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 6.600 Mitarbeier in über 90 Niederlassungen und in über 70 Technischen Büros. Mit Themen wie Industrie 4.0 hat sich FERCHAU zum IT-Dienstleister weiterentwickelt und an strategisch wichtigen Standorten hauseigene Kompetenzteams gegründet, um seinen Kunden individuell zugeschnittene Konzepte für Fertigungs- und Produktionsanlagen sowie eine passgenaue IT-Architektur vorlegen zu können. Auch in der Automobilbranche hat sich das Unternehmen weiter positioniert. Als Mobilitätsspezialist unterstützt FERCHAU mit 1.300 Spezialisten seine Kunden entlang der Wertschöpfungskette im Bereich Manufacturing Engineering und Automation. Im Januar 2016 öffnete in München die erste Niederlassung Automotive.
Rund 1.000 Neueinstellungen sind für 2016 geplant. Neben der persönlichen Präsenz von FERCHAU an Hochschulen und Rekrutierungsmessen wurde mit der im Dezember 2015 neu eingeführten Domain ferchau.com auch der Bewerberprozess nochmals erheblich vereinfacht. Die neue ferchau.com entspricht dem Bedarf der Internationalisierung und dem geänderten Informations- und Kommunikationsverhalten der Kunden, Bewerber und Freelancer. Erst kürzlich wurde die Website in einer Studie der index Internet und Mediaforschung GmbH mit dem ersten Platz ausgezeichnet.
Frank Ferchau sieht die großen Wachstumschancen vor allem in den Branchen Automotive und IT. Im Automotive-Bereich sind weitere Niederlassungsgründungen geplant, die mit mehr als 200 Neueinstellungen einhergehen. In der IT plant das Unternehmen eine Steigerung auf 25 Prozent des Umsatzes. FERCHAU wird also weiter wachsen, denn Größe ist auch ein starkes Argument, um die besten Bewerber für sich zu begeistern und dem wachsenden Markt der Kunden zu entsprechen.
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