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3. Modularität spart an Entwicklungszeit
Neue LabVIEW-Anwender erstellen häufig Ad-hoc-Anwendungen, um einfache Aufgaben zu erledigen. Dabei machen sie sich keine Gedanken darüber, wie sie den Code auch im Nachhinein weiterverwenden können. Sobald Anwender häufiger programmieren, müssen bestimmte Teile des gleichen Programmcodes wieder neu geschrieben werden. Anwender können sich viel Entwicklungszeit sparen, wenn sie aus ihren Codeabschnitten modulare SubVIs erstellen, die innerhalb anderer Applikationen wiederverwendet werden können.
Wenn bereits bekannt ist, dass ein bestimmter Codeabschnitt innerhalb derselben Anwendung wiederverwendet werden wird oder der erneute Einsatz in einer künftigen Anwendung wahrscheinlich ist, dann empfiehlt sich die zusätzliche Erstellung eines SubVIs. Um einen Codeabschnitt zu einem SubVI aufzubereiten, müssen Anwender Dokumentation hinzufügen, das Anschlussfeld bedienen sowie einige VI-Eigenschaften deaktivieren. Ein SubVI lässt sich einfach erstellen, indem der gewünschte Codeabschnitt auf dem Blockdiagramm markiert und anschließend über den Menüpunkt Bearbeiten, Unterpunkt SubVI erzeugen. Dabei wird ein Skript des Vorgangs zur Generierung eines separaten VIs aus dem Codeabschnitt sowie zur Bedienung des Anschlussfelds erstellt.
Bei der Aufbereitung von Programmcode für die Wiederverwendung ist darauf zu achten, dass die VI-Einstellung zur Fehlerbehandlung deaktiviert ist. Diese Option finden Anwender in den Einstellungen zum VI (Datei >> VI-Einstellungen) in der Kategorie „Ausführung“. Wenn der Code voll funktionsfähig ist und keine Fehlerbehandlung über die Highlight-Funktion erfordert, kann die Fehlerbehandlung in den Ausführungseinstellungen deaktiviert und das VI neu gestartet werden. Das ist durchaus sinnvoll, da mehr Optimierung während des Kompiliervorgangs stattfindet und die Anwendung so schneller abläuft. Zudem nimmt das VI eine etwas geringere Größe auf der Festplatte ein, da der zusätzliche Code für die Fehlerbehandlung wegfällt.
4. Kompakte Blockdiagramme erstellen
Viele neue LabVIEW-Anwender erstellen für ihre Anwendungen Blockdiagramme, die eine beachtliche Größen annehmen können. Es ist nicht abzuweisen, dass einige Anwendungen in der Tat komplex sind und umfangreiche Diagramme lassen sich dann nicht vermeiden. Jedoch sollte man bedenken, dass komplexe Diagramme ein Hinweis auf fehlende Kenntnisse der Programmierarchitektur sein kann. Verfügt das Programm über keine ausreichende Architektur gestaltet sich die Wartung auf Dauer schwierig und das spätere Hinzufügen neuer Funktionen ist kostspielig. Genau wie die Errichtung eines geeigneten Fundaments die Basis eines stabilen Gebäudes ist, liefert eine gute Programmierarchitektur das Framework zum Aufbau einer Anwendung.
Bei Softwarearchitekturen handelt es sich um gängige Frameworks, die nahezu alle Programmierer nützlich finden. Viele der Architekturen innerhalb von LabVIEW wie Erzeuger/Verbraucher und Zustandsautomaten ähneln jenen anderer Programmiersprachen. Ist dem Programmierer die LabVIEW-Architektur bekannt, verringert das Entwicklungszeiten und verbessert die Skalierbarkeit von Anwendungen. Die LabVIEW-Version 2012 erleichtert es Anwendern anhand der Beispielprojekte und Vorlagen das Bewusstsein von Architekturen begreifbarer zu machen.
Die vorhandenen Vorlagen erläutern verschiedene Architekturen und deren typische Anwendungsfälle. Bei den Beispielprojekten handelt es sich um größere Anwendungen, die auf den Vorlagen basieren. Sie zeigen, wie Vorlagen zur Bewältigung realer Aufgaben eingesetzt werden können. Wird Hardware in ein Beispielprojekt eingebunden, kann es bei Bedarf als schlüsselfertige Anwendung eingesetzt werden. Diese bleibt jedoch offen zugänglich und umfassend dokumentiert, sodass sie individuell angepasst werden kann.
5. Eine ausführliche Dokumentation verfassen
Um nachzuvollziehen, was genau ein bestimmtes Programm tut, ist eine gute Codedokumentation notwendig. Leider wird die Dokumentation bis zum Ende des Entwicklungszyklus üblicherweise erst einmal liegen gelassen, sobald die Funktionalität vollständig ist. Daher bleibt nur wenig Zeit zu einer ordentlichen Codedokumentation. Stattdessen sollte während der Entwicklung ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, um mit dem Dokumentationsprozess zu beginnen. Eine Dokumentation hilft auch, den Programmcode zu verstehen, wenn Softwareteile später wieder verwendet werden. Mit der Dokumentation haben Programmierer jederzeit ein zuverlässiges Nachschlagewerk zur Hand.
Im Allgemeinen gestaltet der grafische Charakter von LabVIEW es einfacher, den Code zu lesen als es bei textbasierten Programmen möglich ist. Eine gute Dokumentation verringert den Zeitaufwand für die Dekodierung eines Programms. Am einfachsten lässt die Dokumentation durch Beschriftungen an den Blockdiagramm hinzufügen. Die Beschriftung des Blockdiagramms erfolgt via Mausklick in einen leeren Bereich auf dem Blockdiagramm und anschließend wird der entspreichede Text hinzugefügt.
Mit dem Pfeilsymbol lässt sich auf den Code hinweisen, der in der freien Beschriftung steht. Bilder können einfach durch Kopieren und Einfügen auf dem Blockdiagramm hinzugefügt werden. Bilder von physikalischen Systemen oder mathematische Formeln können Anwender bei der Formulierung von Codekontext innerhalb des Blockdiagramms unterstützen. Die Dokumentation von Code ist nicht nur für wiederverwendbare Bibliotheken gedacht, sie sollte für jedes Programm erstellt werden. Es hat sich gezeigt das Menschen viel mehr über ein Thema lernen, wenn sie es anderen vermitteln sollen. Eine Dokumentation erzwingt genau diesen Vermittlungsprozess und hilft Anwender, ihren eigenen Code besser zu verstehen.
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