Spezialkabel 100 Prozent sicheres Kabel für Ex-Anwendungen

Autor / Redakteur: Edmund Remane * / Kristin Rinortner

Spezielle Kabel für explosionsgeschützte Bereiche unterbinden die „Zonenverschleppung“ von Gasen innerhalb des Kabels und erfüllen damit die IEC 60079-14-9.3.1 vollständig.

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Ex-Kabel: Mit den neu entwickelten Kabeln des Typs SC 44 werden die Anforderungen der IEC 60079-14-9.3.1 vollständig erfüllt
Ex-Kabel: Mit den neu entwickelten Kabeln des Typs SC 44 werden die Anforderungen der IEC 60079-14-9.3.1 vollständig erfüllt
(Bild: hradil)

Explosionsschutz ist in vielen industriellen Fertigungsbereichen wichtig: In der chemischen und petrochemischen Industrie, bei der Erdöl- und Erdgasförderung und im Bergbau entweichen während der Fertigung, bei Transport und Lagerung brennbare Gase sowie Dämpfe.

Können Strom und Spannung nicht derart begrenzt werden, dass eine Funkenbildung zu 100% auszuschließen ist, wird versucht, durch erhöhte Sicherheit der Komponenten und druckfeste Kapselung eine Explosion in die Umgebung zu verhindern. Trotzdem haben sich mehrfach Unfälle ereignet, weil explosive Gase durch die Kabel in weniger geschützte Bereiche hindurchwanderten.

Die IEC 60079-14-9 legt die Anforderungen an die Kabel im Ex-Bereich hinsichtlich mechanischer Beschädigungen, Korrosion sowie chemischer und thermischer Einwirkungen fest. Diese klassischen Anforderungen werden heute von vielen Anbietern eingelöst, spezielle thermoplastische Werkstoffe und konstruktive Kabelaufbauten kommen hier zum Einsatz.

Allerdings wurde die Forderung der IEC 60079-14-9.3.1 eine „Pumping Action“ - also eine Verschleppung - von brennbaren Gasen aus einer Umgebung mit explosionsfähiger Atmosphäre heraus zu verhindern bis dato nur ungenügend erfüllt. Hintergrund ist die Tatsache, dass ein Kabel in seinem konstruktiven Aufbau nicht völlig kompakt ist. Zwischen den Adern und Füllern können Leerräume entstehen, in die brennbare Gase einströmen und weitergeleitet werden.

Angesichts dieser kapillaren Wirkung lässt sich eine Verschleppung nicht ausschließen. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, wenn in der Leitung poröse Füllmaterialien wie Fließstoffe und faserige Materialien verbaut werden, die ein hygroskopisches Verhalten besitzen.

Hradil hat jetzt ein Produktionsverfahren entwickelt, das diese Forderung der IEC 60079-14 9.3.1 für unterschiedliche Leitungstypen erfüllt. Technischer Hintergrund ist eine speziell entwickelte Druck-Extrusion, mit der eine flammwidrige, halogen- und nicht-hygroskopische Materialmischung in das Kabelinnere eingebracht wird. Alle Adern und Schirmungen werden derart eingebettet, dass Kapillarräume innerhalb der Leitung verfüllt werden. Zu einer Verschleppung von brennbaren Gasen kann es nicht mehr kommen, wie es der DEKRA-Prüfbericht für die Kabel des Typs SC 44 des Unternehmens belegt.

Geschäftsführer Alfred Hradil betont den Sicherheitsgewinn der neuen Kabel: „Wir können erstmalig mit unserem Kabel garantieren, dass es nicht zu einer Zonenverschleppung von brandgefährlichen Stoffen kommen kann. Damit ist die Leitung insbesondere für Anwendungen im Off-Shore-Bereich und in der Chemischen Industrie von enormer Tragweite. Denn mit dem neuen Kabel können alle Zulieferer und Hersteller den vollständigen Nachweis der IEC 60079-14-9.3.1 erbringen". //

* * Dr.-Ing. Edmund Remane ist bei Hradil Spezialkabel in Bietigheim-Bissingen für F&E Sonderprojekte zuständig.

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