Autonomes Fahren Akzeptanz autonomer Fahrzeuge: Die Deutschen tun sich schwer

Von Maria Beyer-Fistrich

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Das Center of Automotive Management (Cam) ist ein unabhängiges Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung. In einer vom CAM und Data & Analytics Group YouGov durchgeführten Befragung kam jetzt heraus, dass sich die Deutschen mit der Akzeptanz für autonomes Fahren teilweise schwerer tun als andere Länder.

Mercedes hat die erste Zulassung für ein autonomes Level-3-System auf deutschen Autobahnen erhalten. Allerdings ist der Rahmen für die Nutzung noch stark eingeschränkt.
Mercedes hat die erste Zulassung für ein autonomes Level-3-System auf deutschen Autobahnen erhalten. Allerdings ist der Rahmen für die Nutzung noch stark eingeschränkt.
(Bild: Mercedes-Benz)

Autonome Mobilität ist wohl eins der zentralen Themen der Zukunft. Doch wie stehen deutsche Autofahrer aller Altersklassen zum Thema und wie akzeptiert ist es, das Lenkrad „aus der Hand zu geben“? Das CAM (Center of Automotive Management) hat in Kooperation mit der Analytics Group YouGov als unabhängiges Institut eine Befragung durchgeführt, bei der unterschiedliche Altersgruppen zu ihrer Akzeptanz des autonomen Fahrens befragt wurden.

Die Bestrebungen der Automobilindustrie sind deutlich: Der Trend geht hin zu autonomen Fahrzeugen. Allerdings hat die Befragung gezeigt, dass dies eine Entwicklung ist, der viele Menschen in Deutschland immer noch skeptisch gegenüberstehen. Aktuell können sich 49 Prozent der Befragten nicht vorstellen, ein vollautonomes Fahrzeug wie etwa ein Taxi zu nutzen. Die Akzeptanz ist unter jüngeren Befragungsteilnehmern jedoch höher als unter älteren (siehe Grafiken unten).

Vorteile des autonomen Fahrens

Zeitersparnis und Sicherheit sind laut Studienteilnehmer die wichtigsten Argumente für autonome Fahrzeuge. So können die Passagiere ihre Aufmerksamkeit anderen Tätigkeiten widmen. Viele Befragte (29 Prozent) erkennen jedoch gar keinen Vorteil in autonomen Fahrzeugen.

Ängste und Unsicherheiten gegenüber autonomen Fahrzeugen

Autonome Fahrzeuge lösen Ängste und Unsicherheit aus. Fast die Hälfte der Befragten zweifelt grundsätzlich an der Sicherheit von Fahrzeugen, die kein Mensch steuert. Andere Ängste betreffen wiederum das Thema Cybersecurity und Hacker-Angriffe. Viele Menschen gehen außerdem aufgrund der verbauten Technik von deutlich höheren Anschaffungskosten aus. Und auch wenn die Akzeptanz unter jüngeren Befragten größer ist, die Zweifel und Bedenken sind homogen über alle Altersgruppen verteilt. Auch die jüngeren Generationen haben Zweifel.

Studienleiter Stefan Bratzel meint: „Autonomes Fahren ist zwar ein großes Technologieversprechen der Auto- und Mobilitätsindustrie, die mit der Vision von weniger Unfällen, mehr Komfort und geringeren Fahrtkosten einhergeht. Allerdings fehlt bei breiten Bevölkerungsschichten noch die Akzeptanz für die Technologie. Die Unternehmen sollten künftig einerseits stärker den Kundennutzen dieser Innovationen adressieren und andererseits durch Transparenz und Heranführung an die Technologie die Skeptiker einfangen. Große Teile der jungen Generation erscheinen sehr empfänglich und können als Wortführer und Unterstützer gewonnen werden.“

Autonomes Fahren in Deutschland

In US-amerikanischen Städten wie San Francisco oder Phoenix sind autonome Taxis inzwischen ohne Sicherheitsfahrer unterwegs und befördern bereits Passagiere (auch wenn das alles noch nicht ganz fehlerfrei abläuft). Mercedes-Benz hat für seine Fahrzeuge der Luxusklasse ebenfalls eine Lizenz für autonomes Level-3-Fahren auf Bundesautobahnen erhalten. Der Fahrer kann sich also seinen E-Mails oder einem Film widmen – die Verantwortung für die Fahrt liegt erstmals beim Fahrzeughersteller, der mit allen Konsequenzen für einen Unfall haftet. Aus diesem Grund ist der Bereich, in dem das System operiert, jedoch auch noch sehr eingeschränkt: nur auf Autobahnen, keine Spurwechsel, nur bis 60 km/h, nur bei Tageslicht, nicht in Tunneln und nur bei Temperaturen über 3° Celsius. Das schränkt den Nutzungsumfang noch stark ein. Jedoch ist sicher, dass sich die Gesetzgebung und die technischen Voraussetzungen weiter entwickeln werden. Bis dahin kann sich auch noch viel an der Akzeptanz in der Bevölkerung tun.

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