Big Data

Vor- und Nachteile von Big Data

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Die Schattenseiten von Big Data

Mal ehrlich: Immer mehr Daten zu sammeln, erklärt die Welt nicht automatisch besser. Und nur durch das Anhäufen von Informationen entstehen noch keine großen Ideen. Big Data ist daher nicht nur überbewertet, für viele Unternehmen ist die Auswertung von Datenmassen einfach nicht relevant. Insbesondere kleine und hoch spezialisierte Unternehmen können mit den Heilsversprechen der Datensammler nur wenig anfangen. Dafür kennen sie ihre Kunden, ihre Produkte und ihre Märkte zu gut.

Big Data erfordert Big Investments

Zudem steht der Nutzen von Big Data oft in keinem Verhältnis zu dem hohen Kostenaufwand. Bevor neue Markt- und Vertriebsstrategien Gewinne einfahren, steigt nämlich zunächst die TCO – und zwar gewaltig. Die Integration von Big Data verlangt nach teuren und komplexen IT-Infrastrukturen, um die Milliarden von Bytes überhaupt managen, validieren und analysieren zu können.

Herkömmliche Analyse-Instrumente reichen hier längst nicht mehr aus. Ebenso sind IT-Spezialisten für die Pflege des Datenbestands notwendig. Big Data ist also immer gleichzusetzen mit Big Investments – in qualifizierte Mitarbeiter, Hard- und Software-Systeme, neue Frameworks, Speicherkapazitäten und Data-Warehousing-Konzepten.

Offene juristische Fragen bei Verwertungsmöglichkeiten

Für kleine und mittlere Unternehmen ist eine solche Investition in Hard- und Software nicht zu stemmen. Zwar können sie die Datenaufbereitung als Dienstleistung von externen Experten zukaufen, stehen dann jedoch schnell vor dem nächsten Problem: Wer garantiert Datensicherheit und Datenschutz? Denn im Umgang mit persönlichen Daten von Kunden und Zulieferern ist Sensibilität gefragt.

Das Misstrauen gegen das systematische Auswerten von Massendaten wächst, Nutzer reagieren vorsichtig, wenn es um das Speichern ihrer Spuren im Netz geht. Noch sind viele juristische Fragen zur Analyse- und Verwertungsmöglichkeit von Big Data zu klären. Personalisierte Untersuchungen sind beispielsweise nur mit Einwilligung der Kunden oder anonymisiert zulässig.

Zudem müssen Kundendaten vor Betrug und Manipulation durch Dritte geschützt werden. Auch hier fallen für die Sicherung der Daten hohe Kosten an. Unternehmen bewegen sich bei der Nutzung von Big Data also auf dünnem Eis und riskieren bei jedem Schritt den Vertrauensverlust von Kunden und Partnern.

Big Data ersetzt keinen persönlichen Kontakt

Enge und langfristige Kundenbeziehungen sind entscheidend für die Distribution. Kein Rechner, kein Algorithmus und kein Datenpool kann diesen persönlichen Kontakt im Kundenservice auffangen. Insbesondere in der Beratung und im Design-In suchen Anwender nach wie vor den persönlichen Ansprechpartner, der Gespräche mit mehr psychologischem Feingefühl und emotionaler Nähe führt als ein digitales Assistenzsystem auf der Website.

Big Data gestützte kognitive Systeme können dabei unter die Arme greifen – aber nie den direkten Draht zum Kunden ersetzen. Ohne den Menschen geht es also nicht. Denn Daten allein ergeben keinen Sinn ohne die Interpretation- und Urteilskraft des Einzelnen. Sie erklären auch keine Kausalzusammenhänge. Emotionen hingegen übernehmen eine zentrale Rolle, indem sie die Aufmerksamkeit steuern, die Masse an Informationen auf das Wesentliche reduzieren und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Fakten und Daten spielen hier eine rein unterstützende Rolle.

Es gilt nach wie vor: Für die richtige Geschäftsidee und eine erfolgreiche Vertriebsstrategie braucht es Entscheider und Macher mit unternehmerischem Gespür, Kreativität und den Mut, wichtige Entschlüsse zu fassen. Sie entscheiden letztendlich über den Erfolg im Kampf um Kunden und Marktanteile.

* Sabine Listl ist Mitarbeiterin der Agentur Lorenzoni

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