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Vor 25 Jahren: Der AMD K5

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Pentium vs. 586 – Der Prozessormarkt wird neu sortiert

Der erste seiner Art: Am 22. März 1993 erschien mit dem Pentium P5 der erste Prozessor auf Basis der P5-Mikroarchitektur, welche Intels 486-Reihe ablöste. Die CPU war anfänglich in Variationen mit 60 und 66 MHz erhältlich.
Der erste seiner Art: Am 22. März 1993 erschien mit dem Pentium P5 der erste Prozessor auf Basis der P5-Mikroarchitektur, welche Intels 486-Reihe ablöste. Die CPU war anfänglich in Variationen mit 60 und 66 MHz erhältlich.
(Bild: Pentium 60 SX948 gold front / Andrzej w k 2 / CC BY-SA 3.0)

Die Einführung des Intel Pentium sorgte 1993 für neue Verhältnisse auf dem PC-Markt. Nicht nur hatte Intel durch die Abkehr der bisherigen Namenskonvention markenrechtlich besser abgesichert; Reine Zahlen wie 384 oder 486 konnten markenrechtlich nicht geschützt werden, was der Konkurrenz ermöglichte, ihre Produkte ebenfalls unter diesen Namen anzubieten. Aber die Vorzüge lagen nicht nur im Marketing: Der Sprung auf Intels fünfte Generation der x86-Architektur konnte mit einer Reihe von grundlegenden technologischen Verbesserungen aufwarten, denen die erwachsene Konkurrenz an Klon-Anbietern nicht gewachsen war.

Das erste Pentium-Modell, der Pentium P5, wurde im 800-nm-Verfahren gefertigt und integrierte über 3,1 Millionen Transistoren. Er stellte den Übergang von der mit dem 80386 begründeten 16-Bit-Mikroarchitektur zum 32-Bit-Zeitalter dar: Ähnlich wie beim Übergang von 8- auf 16-Bit mit dem 80386 war es Intel beim Pentium gelungen, mit der IA32-Mikroarchitektur den bestehenden Befehlssatz diesmal von 16- auf 32-Bit zu erweitern.

Viel wichtiger war allerdings die Integration von zwei Pipelines, die es dem superskalaren Pentium erlaubten, in vielen Fällen zwei Befehle pro Taktzyklus abzuarbeiten. Potentielle Nachteile der Pipelines, wo Inhalte der Pipeline bei bereits abgearbeiteten Prozessen ihre Gültigkeit verlieren würden, wurde durch die Integration einer dynamischen Sprungvorhersage ausgeglichen. Ein 64-Bit-Datenbus, der die Lese- und Schreibgeschwindigkeit von Datenzugriffen aus dem Speicher verdoppelte, sowie die Integration eines L1-Cachespeichers und die Verlagerung der mathematischen Koprozessoreinheit in die CPU selbst taten ihr übriges.

Der Pentium war in der Datenverarbeitung leistungsstärker und signifikant schneller als die mit 586 oder 5x86 betitelten Produkte der Konkurrenz, die einfach „nur“ eine direkte Weiterentwicklung der 80486-Architektur waren und nicht über die beschleunigenden Pipelines oder eine Sprungvorhersage verfügten – der Am5x86 von AMD war beispielsweise effektiv nur ein 486-Prozessor mit der bis zu vierfachen Taktgeschwindigkeit.

Warum das nicht ausreichte, zeigte sich auch in dem Umgang mit neu aufkommenden Peripheriegeräten: So machten sich etwa Mitte der 90er Jahre Programmierer dank aufkommender neuer Grafikkarten sowie den größeren Datenbus und die Eigenschaften des Pentiums zur Sprungvorhersage zu Nutze, um mit bis dato nicht vorhandenen, schnellen 3D-Grafiken Anwender zu beeindrucken.

Die Auswirkungen zeigten sich vor allem auf dem breiten Heimanwendermarkt schnell: Die Absatzzahlen der Konkurrenz brachen bald ein. Auch wenn Intel aufgrund eines Bugs in der Fließkommaeinheit der ersten Pentium-Exemplare ein kleineres PR-Desaster erlebte, konnte sich das Unternehmen bis 1996 über eine unangefochtene Technologieführerschaft freuen – verbunden mit den entsprechenden Absatzzahlen. In der Folge verschwanden namhafte x86-Klonanbieter wie Cyrix oder NexGen, die 1992 noch einen rasanten Aufstieg erlebt hatten, bis 1997 vom Markt.

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