Wirtschaft Siemens und Skeleton bauen Superkondensatoren-Fabrik bei Leipzig

Von Maria Beyer-Fistrich

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Sachsen bekommt weiteren Technologiezuwachs: In der Nähe von Leipzig baut die estnische Firma Skeleton gemeinsam mit Siemens eine neue Superkondensatoren-Fabrik. Es ist der zweite Produktionsstandort für Skeleton in Deutschland.

Skeleton baut eine neue Superkondensatoren-Fabrik in Sachsen. Ein weiterer wichtiger Schritt für den Technologiestandort Deutschland.
Skeleton baut eine neue Superkondensatoren-Fabrik in Sachsen. Ein weiterer wichtiger Schritt für den Technologiestandort Deutschland.
(Bild: Skeleton)

In Markranstädt, eine Kleinstadt in der Nähe von Leipzig, soll ab 2024 eine neue Fabrik für Superkondensatoren die Produktion aufnehmen. Wie Skeleton mitteilte, entsteht in Zusammenarbeit mit Siemens neben der Fabrik in Großröhrsdorf der zweite Produktionsstandort für Superkondensatoren des estnischen Unternehmens in Deutschland. Voraussichtlich werden 240 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Kapazität der Fabrik soll zwölf Millionen Superkondensatoren pro Jahr betragen. Für das Vorhaben investiert Skeleton 220 Millionen Euro.

Superkondensatoren weisen eine knapp zehn Prozent höhere Energiedichte auf als ähnlich schwere Akkus, allerdings ist ihre Leistungsdichte deutlich größer. Superkondensatoren können deshalb sehr viel schneller geladen werden und sind immer dort im Einsatz, wo eine starke Schaltbeanspruchung erfordert wird. Die Superkondensatoren von Skeleton werden in Verkehrs-, Netz-, Industrie- und Automobilanwendungen eingesetzt und reduzieren so CO2-Emissionen und sparen Energie. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind etwa Datenerhalt in elektronischen Datenspeichern, unterbrechungsfreie Stromversorgungen, elektronische Lokomotiven oder in der Medizin etwa der Defibrillator.

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"Superkondensatoren sind ein Schlüsselelement für die drastische Reduzierung von Emissionen in der Stromerzeugung, im Transportwesen und in der Industrie", erklärt Taavi Madiberk, CEO und Mitbegründer von Skeleton Technologies.

Automatisierte Herstellung

Die Technologiepartnerschaft zwischen Siemens und Skeleton hat ein klares Ziel: Gemeinsam soll eine vollautomatisierte Fertigung sowie eine komplett digitalisierte Wertschöpfungskette entwickelt werden. Durch neue Technologiensollen so die Kosten für die Herstellung von Superkondensatoren massiv gesenkt werden. Dank der Siemens-Technik und des von Skeleton patentiertenCurved-Graphene gehen beide Unternehmen von einer Kostensenkung um bis zu 90 Prozent aus. Laut Skeleton sollen die Superkondensatoren dank Curved-Graphene die höchste Leistungsdichte sowie eine lange Lebensdauer besitzen.

"Mit unserem ganzheitlichen Automatisierungs- und Digitalisierungsportfolio können wir gemeinsam mit Skeleton die passenden Werkzeuge und unser Industrie-Know-how von der Greenfield-Planung über die Fabriksimulation bis hin zur optimierten High-End-Produktion einsetzen, um eine hocheffiziente, vollautomatisierte Produktionslinie zu realisieren, die weltweit einzigartig ist", sagte Guido Feind, Leiter Siemens Digital Industries Deutschland.

Neben der geplanten Fabrik hat Skeleton noch Standorte in Tallinn (Elektrotechnik), Bitterfeld-Wolfen (Materialentwicklung) und Großröhrsdorf (Fertigung). Die Herstellung von Superkondensatoren in Sachsen kann einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Batteriezellenstandorts Deutschland leisten. Kürzlich hatte das Fraunhofer ISI (Institut für System- und Innovationsforschung) eine Prognose zur Entwicklung der europäischen Produktionskapazitäten abgegeben.

Dank der enormen Nachfrage nach Akkus, der Investitionsplänen von mehr als 40 Unternehmen, die in Deutschland Batteriefabriken aufbauen möchten, stehen die Chancen sehr gut, dass sich Deutschland zum Hauptstandort der Batteriezellenproduktion in Europa entwickelt.

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