Wirtschaft Intel senkt Jahresprognose - Aktie fällt deutlich

Quelle: dpa

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Intel-Chef Pat Gelsinger hat vor gut eineinhalb Jahren einen grundlegenden, ambitionierten Umbau des Chipkonzerns eingeleitet – positive Auswirkungen sind bislang ausgeblieben. Das vergangene Vierteljahr brachte enttäuschende Zahlen.

Das vergangene Quartal lief nicht gut für Intel. Die Jahresprognose wurde gesenkt.
Das vergangene Quartal lief nicht gut für Intel. Die Jahresprognose wurde gesenkt.
(Bild: Intel)

Intel hat nach einem Umsatzeinbruch und roten Zahlen im vergangenen Quartalseine Jahresziele kassiert. Der Chip-Riese rechnet mit weniger Umsatz und Gewinn als noch vor drei Monaten. Anleger ließen die Aktie im nachbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als acht Prozent fallen.

Der Umsatz fiel im – nach Intel-Rechnung Anfang Juli abgeschlossenen – zweiten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 15,3 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro). Unterm Strich gab es einen Verlust von 454 Millionen Dollar nach einem Gewinn von gut fünf Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Ein Auslöser war der Rückgang der Erlöse im PC-Geschäft um ein Viertel auf 7,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis des Bereichs fiel noch stärker um 73 Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar. Bei Chips für Rechenzentren sank der Umsatz um 16 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn schmolz von knapp 2,1 Milliarden Dollar auf 214 Millionen Dollar zusammen.

Während ersteres nach dem Corona-bedingten Homeoffice-Boom nachvollziehbar ist, ist letzteres für Intel besonders schmerzlich, da Rechenzentren bislang immer eine sichere Bank für den Konzern waren. Doch mittlerweile agiert das Unternehmen hier nicht mehr außerhalb jeglicher Konkurrenz, im Gegenteil: Hyperscaler wie Google, Amazon, Facebook & Co entwickeln vermehrt eigene, meist Arm-basierte Server-Prozessoren, die sie genau auf ihren Bedarf zuschneiden. Und auch Wettbewerber AMD macht Boden gut.

Intels Umsatzprognose

Für das gesamte Jahr senkte Intel die Umsatzprognose auf 65 bis 68 Milliarden Dollar von zuvor 76 Milliarden Dollar. Das würde am unteren Ende der Spanne einen Rückgang von 13 Prozent bedeuten. Auch der bereinigte Gewinn pro Aktie wird nun deutlich niedriger erwartet. Die Zahlen verfehlten die Erwartungen der Analysten deutlich.

Intel sei selbst enttäuscht von den Quartalsergebnissen, betonte Konzernchef Pat Gelsinger. Er verwies vor allem auf den wirtschaftlichen Abschwung, räumte aber auch Probleme auf Intel-Seite unter anderem beim Hochfahren der Produktion einiger Chips ein.

Gelsinger hatte bei Intel einen Strategiewechsel eingeleitet: Der Konzern soll verstärkt Chips nicht nur für das eigene Angebot, sondern als Auftragsfertiger auch für andere Firmen produzieren. Damit tritt der Halbleiter-Riese unter anderem verstärkt gegen das Schwergewicht TSMC an. Intel kündigte bereits den Bau mehrerer Fabriken unter anderem in Deutschland an und halte an den nötigen Investitionen fest, betonte Gelsinger.

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