Design-In-Support Halbleiterdistributor Silica startet Analog-Offensive

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Silica baut seinen Analogbereich aus. Dafür verstärkt der Distributor seine Mannschaft, erweitert sein Dienstleistungsangebot und schließt neue strategische Partnerschaften mit Herstellern.

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Analogtechnik ist für die Distribution ein sensibles Marktsegment, denn die technischen Anforderungen sind hoch. Daher ist das Potenzial riesig. Laut DMASS ist der Analogmarkt in Deutschland rund 500 Mio. € groß. Jeder möchte daher ein Stück von diesem Kuchen. Dennoch konzentrieren sich viele Unternehmen auf das Vermarkten digitaler Komponenten, nicht zuletzt weil der Design-Support für Prozessoren, Controller & Co. auf den ersten Blick weniger komplex erscheint. Der in Poing bei München ansässige Halbleiterspezialist Silica, ein Distributor der Avnet-Gruppe, nimmt diese Herausforderung an und stürzt sich in die „Analoge Welt“, wie wir im Gespräch mit Regional Vice President Silica Zentraleuropa Karlheinz Weigl erfuhren.

Herr Weigl, Silica setzt neben der Digitaltechnik verstärkt auf die Analogtechnik und baut dieses Segment aus. Was genau bieten Sie Ihren Kunden?

Karlheinz Weigl: „Wir setzen verstärkt auf die Analogtechnik.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Wir wollen unseren Kunden die komplette Bandbreite bieten. In der digitalen Welt spielen wir bereits auf Champions League Niveau, um im Fußballjargon zu sprechen. Silica hat fast 60% Marktanteil bei programmierbarer Logik und 35% Marktanteil bei Embedded MPUs. Zudem haben wir führende Hersteller wie Analog Devices, Freescale, Intel, NXP und ST auf der Linecard und damit ein festes Standbein im Markt.

Bei der Analogtechnik, vor allem im Highend-Bereich, hatten wir unser Potenzial in der Vergangenheit noch nicht ausgeschöpft. Vor gut einem Jahr hat Silica daher seine Vertriebs- und technische Supportstrategie neu ausgerichtet. Kern der Initiative ist eine erweiterte Bereitstellung von technischen Ressourcen zur Unterstützung der Entwicklungsarbeit beim Kunden. Unsere Analog-FAE-Mannschaft haben wir in den letzten zwölf Monaten verdreifacht, zwei weitere Ingenieure sollen in diesem Jahr noch eingestellt werden. Damit verfügen wir über ein starkes Expertenteam — die meisten davon mit jahrelanger Anwendererfahrung – welches sich ausschließlich um analoge Designs kümmert und auch in ständigem Kontakt zu unseren wichtigsten Herstellern steht. Mit Marktführern wie Analog Devices und Texas Instruments hat Silica von Beginn an zwei Key-Player auf der Linecard, Ende letzten Jahres kam mit Maxim ein Dritter der Top-Five Analoghersteller dazu.

Welche Bedeutung hat die strategische Partnerschaft mit Texas Instruments?

Unsere Strategien in puncto Produkt- und Anwendungsbandbreite ergänzen sich bestens. Für Silica ist TI eine Kernlinie, wir sind europaweit der am schnellsten wachsende TI-Distributor, in der Erfolgsspur vor allem bei Standard- und Advanced-Analog. Ein Beweis für den Erfolg ist der Award als „Distributor of the Year“, den Texas Instruments kürzlich an das Silica-Team verliehen hat. Für Silica ist das eine signifikante Auszeichnung, kein „one in a million“, denn TI vergibt seine Trophäen nur sehr selektiv. Die enge Partnerschaft mit TI ist eine Win-Win-Situation, da Kunden zunehmend Lösungen aus einer Hand suchen. Als Distributor kann Silica bei der Schaffung solcher Lösungen mit unseren Ingenieuren und hunderten von Mannjahren an Anwendungserfahrung helfen. Und TI passt in viele dieser Lösungen, aufgrund seines Portfolios und seiner lösungsorientierten Technologie.

Beschränkt sich die Zusammenarbeit mit TI auf die analogen Produkte?

Nein, das gesamte Portfolio ist für uns und unsere Kunden wichtig: Analog, Standard Linear, Logik, und vor allem auch die MSP430-Technologie, für die wir ein enormes Potenzial sehen. Denn MSP430 ist etabliert, erfährt aber vor allem aufgrund seiner Low-Power und erweiterten Connectivity-Eigenschaften gerade einen Boom. Aber zweifelsohne hat der High-Performance-Analog-Sektor eine überragende Bedeutung. Nehmen Sie Power-Management: TI’s spezifische Lösungen rund um Xilinx-FPGA’s und CPLD’s sind anwendungskritisch. Und wir als Nummer-Eins-Distributor von Xilinx, kombiniert mit unserem analogen Know-how rund um TI, sind als einziger in der Lage, dies konsequent zu unterstützen. Für die Kunden ist das bestens, weil sie das kombinierte Wissen aus einer Hand bekommen.

Silica hat die Zusammenarbeit mit Analog Devices intensiviert. Welche Bereiche sind davon betroffen?

Die Anlalogoffensive trägt erste Früchte: Miguel Fernandez, Silica President (rechts) erhält von Thomas Wessel, Managing Director European Sales and Marketing bei Analog Devices (links) den Award als „Fastest Growing Distributor“ (Archiv: Vogel Business Media)

Wir arbeiten mit Analog Devices sowohl im Analogbereich als auch bei den Blackfin-Prozessoren enger zusammen. Davon zeugt auch der Distributionsaward, den wir Anfang 2008 von Analog Devices erhielten. Jüngstes Beispiel für die Zusammenarbeit ist die von Silica entwickelte Referenzplattform FireCracker, die auf dem Blackfin-Prozessor von Analog Devices basiert. Mit FireCracker ermöglichen wir unseren Kunden die schnelle Evaluierung und Entwicklung von Embedded-Systemen, die komplexe Multimedia-Aufgaben beherrschen müssen und sich auch für Kommunikations- und Steuerungsaufgaben einsetzen lassen.

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Silica hat zusätzlich zur Analogtechnologie auch den Support ausgebaut. Zahlt sich letzteres aus?

Ja, denn eine leistungsfähige Analogtechnologie allein reicht nicht, um den Bedürfnissen der Kunden nachzukommen. Vor allem Industriekunden verlangen von der Distribution vermehrt nach Lösungen. Analogwissen allein reicht daher nicht, um System-Knowhow anbieten zu können. Hier ist ein lösungsorientierter Support gefordert, der bei der Auswahl der Prozessorarchitekturen, der geeigneten Tools und vor allem des Betriebssystems hilft. Und hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Mit Microsoft’s Windows CE und Embedded XP ist Silica in der Lage, auch auf Software-Ebene Unterstützung zu bieten.

Ziehen Sie eine kurze Bilanz der Analog-Offensive von Silica.

Die erste Bilanz der Analog-Offensive ist erfreulich. Wir haben viele positive Feed-backs von Kunden erhalten. Gerade in Phasen, in denen etliche Firmen Probleme haben, Analogspezialisten zu rekrutieren, sieht man unsere verstärkten Initiativen hier positiv. Zudem hat Silica im Vergleich zum Vorjahr sowohl im Standard- als auch im Highend-Analog-Bereich Marktanteile gewonnen und der Trend bei neuen Designprojekten zeigt nach oben. Der Erfolg bestärkt uns darin, noch einen Gang zuzulegen. Wir wollen langfristig die Hälfte unseres Umsatzes mit Analogkomponenten bestreiten, da haben wir noch einiges vor. Aber die Champions League lässt schon mal grüßen.

Silicas Embedded-Processing-Referenzdesign FireCracker

Silica hat zusammen mit Bluetechnix eine vielseitig einsetzbare Plattform für Embedded-Industrie-, Consumer- und Automotive-Anwendungen entwickelt.

Silicas Entwicklungsplattform FireCracker eignet sich für Audio, Video und Kommunikationsapplikationen. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Entwicklungsplattform mit dem Namen FireCracker wird mit mehreren Demonstrations- und Evaluierungs-Softwaremodulen ausgeliefert. Damit lassen sich Audio- und Videodateien aufzeichnen, abspielen sowie übertragen. FireCracker basiert auf dem leistungsfähigen Blackfin-Prozessor von Analog Devices und verfügt über mehrere Schnittstellen und Peripheriefunktionen nach Industriestandard. Diese Funktionen vereinfachen den Entwicklungsprozess, denn ihre komplett verifizierten Funktionsmodule machen die zusätzliche Entwicklung gebräuchlicher Embedded-Subsysteme überflüssig.

Die Entwicklungsplattform FireCracker nutzt kompakte und wiederverwendbare Core-Module von Bluetechnix, die den Blackfin-Prozessor von Analog Devices enthalten, sowie SDRAM, Flash-Memory und die Power-Management-Funktion. Das 31 mm × 36 mm kleine Modul lässt sich über zwei 60-polige Steckverbinder an das FireCracker-Basisboard anschließen. Bluetechnix bietet die Core-Module mit unterschiedlichen Blackfin-Prozessormodellen und Speicherkonfigurationen an. Die Entwicklungsplattform kostet 499 € und wird ab Juni verfügbar sein.

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