Analyst korrigiert Prognose Halbleitermarkt wird 2023 dramatisch einbrechen

Von Maria Beyer-Fistrich

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Malcom Penn von Future Horizons hat seine Prognose zur Entwicklung des Halbleitermarkts korrigiert. Er geht aktuell für 2022 nur noch von einem Wachstum von 4 Prozent aus und kündigt für das kommende Jahr sogar einen Rückgang von 22 Prozent an. Alle Warnzeichen deuten laut Penn auf einen Einbruch hin.

Schweinezyklus: Weltweit investieren Firmen massiv in Fertigungskapazitäten für Halbleiter. Doch die Nachfrage sinkt laut Analyst Malcom Penn bereits – und mit ihr werden wohl bald die Preise einbrechen.
Schweinezyklus: Weltweit investieren Firmen massiv in Fertigungskapazitäten für Halbleiter. Doch die Nachfrage sinkt laut Analyst Malcom Penn bereits – und mit ihr werden wohl bald die Preise einbrechen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Wenn Analysten oder Politiker von einem negativen Wachstum sprechen, meinen sie mit diesem Euphemismus meist einen mehr oder weniger dramatischen Einbruch. Ein starker Rückgang steht auch dem Halbleitermarkt 2023 bevor. Analyst Malcom Penn, CEO von Future Horizons und seit Jahren einer der führenden Analysten im Halbleiterbereich, beschrieb bereits seit einigen Monaten den Rückgang des Marktes.

Die alarmierenden Warnzeichen, von Penn auch „vier Reiter der Apokalypse" genannt, sind Investitionsausgaben, Verkaufspreise, Stückzahlnachfrage und allgemein Wirtschaft (Rezession und Inflation). Alle deuten auf einen dramatischen Einbruch hin. Laut Penn waren die Aussichten nur selten schlechter.

Das Wachstum bei den verkauften Stückzahlen liegt etwa seit einiger Zeit über dem Durchschnitt vorangegangener Quartale. Das wiederum deutet auf doppelte Bestellungen und eine höhere Einlagerung hin. Sobald Kunden dann anfangen, Aufträge zurückzuziehen, sinken die Preise.

Im Juni fielen die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASPs) über alle Kategorien hinweg um 18,1 Prozent. Arbeitsspeicher fiel um 20 Prozent, Logikgeräten um 3,2 Prozent, Mikrochips um 2,7 Prozent und Analoggeräten um 0,3 Prozent.

„Es gibt keine sanften Landungen.“

Penn erklärte auch, dass die Investitionsausgaben seit mehreren Jahren einen historischen Höchststand erreicht haben. Konkret belaufen sich die durchschnittlichen Investitionsausgaben auf bis zu 23 Prozent des Umsatzes – der langfristige Durchschnitt liegt laut Penn bei 13 Prozent. Diese Ausgaben werden Kapazitäten schaffen, wenn sie nicht benötigt werden, weil sich der Markt abschwächt.

Für das vierte Quartal 2022 wird ein Marktrückgang von 9 Prozent erwartet. Das Gesamtjahr 2022 wird dennoch mit einem Wachstum von voraussichtlich 4 Prozent abschließen. Das entspricht einem Gesamtwert des Marktes von 578,3 Milliarden US-Dollar.

Für 2023 wird ein Marktrückgang von 10 Prozent im ersten Quartal, von 8 Prozent im zweiten Quartal, von 4 Prozent im dritten Quartal und von 2,5 Prozent im vierten Quartal prognostiziert, sodass sich für das gesamte Jahr ein Rückgang von insgesamt 22 Prozent ergibt. Das entspricht dem Gesamtmarktwert von 450,89 Milliarden US-Dollar.

Wie Penn in dem Webinar erklärte, braucht es vier Quartale, um die Talsohle zu durchschreiten. Von daher wird 2024 ein sehr viel stabileres Jahr werden. Ab 2025 soll dann ein neuer Superzyklus starten.

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