Eine kurze Geschichte des geplanten Verschleißes



  • Geplante Obsoleszenz, Teil 3
    Eine kurze Geschichte des geplanten Verschleißes

    Ein Weg aus der Wirtschaftskrise oder bloß eine Verschwörungstheorie? Der Blick in die Vergangenheit zeigt einige Beispiele für die umstrittene geplante Obsoleszenz.

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  • Die Ablösung der Glühlampe durch Energiesparlampen und LED´s ist ein ganz schlechtes Beispiel: Das hat ja nichts mit geplanter Obsoleszenz zu tun; da geht es um Energieeinsparung und letztlich um eine schnellere Ablösung für eine veraltete Technik. Sowohl Lebensdauer, Preis als auch Lichtqualität der Ersatzprodukte sind bei Markenware inzwischen so gut, dass es eigentlich keinen Grund mehr gibt, der Glühlampe nachzutrauern.

    Wenn allerdings die LED´s in Designlampen fest verbaut sind, die Elektronik minderwertig und bei Ausfall eine Reparatur nicht möglich ist, kann man durchaus von geplanter Obsoleszenz sprechen.

    Das Beispiel mit dem i-Pad finde ich ebenfalls treffend.
    KGr.



  • Auch das Verbot der Glühlampen und die Einführung der Energiesparlampen wurden kürzlich wieder diskutiert: Ein technisch perfektes Produkt wird durch ein unzulängliches ersetzt. Dieses Gesetz war und bleibt umstritten.

    perfekt ist hier wohl etwas idealisiert bei 5% Wirkungsgrad und geringer Lebensdauer 😉

    ansonsten ist bei geplanter Lebensdauer immer auch zu berücksichtigen mit welcher Streuung diese erreicht wird - sind die Prozesse nicht stabil oder schätzt man das Nutzerverhalten oder die Umgebungsbedingungen falsch ein, kommt der vermeintliche Vorteil sehr schnell als Bumerang zurück in Form von Garantie/Gewährleistung/Reparaturkosten auch zum Ende der üblichen Nutzungsdauer. Hier als gutes Beispiel Handytastaturen der letzten Nicht-Touch Generationen die kurz vor Ende der 24 Monate nagelneue Ersatzgeräte bedeutet haben.



  • Also ich finde das Verbot nicht schlecht. Hatte ich früher allein im Wohnzimmer 200Watt Lampen so tun es heute LED mit 24Watt Leistung und extrem langer Lebensdauer.



  • Nun ja, dafür muss man heute generell mit deren bescheidener Lichtqualität leben - oder als Ausgleich die dreifache Leistung installieren, um etwas gleich gut und detailliert sehen zu können …

    Es ist einfach bitter, dass die 9er Lichtqualitäten im Markt einfach nicht existieren, kein Wunder, sie sind ja auch exorbitant teuer.



  • Für alles Mögliche gibt es Zertifikate. Wieso nicht hier? Dafür, dass man auf die Planung von Obsoleszenz verzichtet?



  • Liebe Redaktion,

    vorab mal: auch als Fachzeitschrift darf man sich gelegentlich Druckfehlerteufel, wie
    "Das Pheobuskartell hat die künstliche Begrenzung der Lebensdauer von Glühbrinen . . "
    erlauben, jedoch "Glühlampen" als mutmasslich "Glühbirnen" zu bezeichnen, hat 1968 bei meiner Abschlussprüfung an der IHK zu Bochum den Prüfer ggü. einem Mitprüfling zu folgender Bemerkung veranlasst: "Birnen und Äpfel gibt's drüben im Obstladen, aber in der Rundfunk- Fernseh- und Elektrobranche haben wir es mit Glühlampen, Leuchtmitteln und den dazugehörigen Leuchten zu tun!" - Unvergesslich.

    Nun zum Thema: ab 1971 war ich als Kaufmann im Bosch- Siemens Kundendienst [TeKu] in Berlin-Siemensstadt tätig. Bereits dort wurden defekte Kunden-Garantiegeräte, wie Toaster, Bügeleisen, Elektrowecker und Kleinradios durch die Bank gegen Neugeräte ausgetauscht und - ohne Ansehen des Fehlers - unter strenger Aufsicht verschrottet. Auch nach Garantieablauf wurde den hilfesuchenden Endverbrauchern durchweg ein nagelneues "Austauschgerät" zum Grossoabgabepreis angeboten. Rabatte im Einzelhandel waren wg. der geltenden gesetzlichen Preisbindung ansonsten streng verboten und so dachte der arglose Kunde, er mache hierbei ein grandioses Schnäppchen und Siemens machte den gleichen Gewinn , wie bei der Abgabe von Neugeräten über den Grosshandel. Umsatz zählte schon damals.

    Die Remittenden landeten übrigens auf dem selben Verschrottungshaufen, wie die o.g. Reparaturgeräte - selbst wenn sich z.B. nur ein Kabel gelöst hat, oder ein Brotkrümel den Auswurf am Toaster blockierte.
    Kursivschrift
    Einer der Servicetechniker vetraute mir damals auch an, dass Siemens-Waschmaschinen nach 8-10 Jahren gewollt zu "sterben" haben und dass die gute MIELE oder Industrie-WaMa gern 20-30 Jahre hält, weil dort die etwas besseren Lager, Ritzel, Pumpenflügel und Riemen [Mehrkosten insgesamt unter 25 DM] eingebaut werden und deshalb aber auch gern das Doppelte kosten dürfen.

    Die geplante Obsoleszenz wurde also mitnichten erst heute - und schon garnicht erst von APPLE erfunden - NEIN ! [Die Schweizer waren's aber auch nicht.] Man hat die Methoden zwischenzeitlich lediglich verfeinert. Honi soit qui mal y pense!

    Liebe Grüsse aus Stuttgart-West

    Bernd D. Behnk


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