40 Jahre Apple II

10. Juni 1977: Die Geburt eines Computer-Phänomens

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Erst VisiCalc verhalf zum Durchbruch

Aufgrund des hohen Preises verliefen die ersten beiden Jahre für den Apple II eher schleppend. Das 1979 erschienene Tabellenkalkulationsprogramm VisiCalc machte den Rechner aber für Büroarbeiten attraktiv - und verschaffte Apple seinen großen Durchbruch.
Aufgrund des hohen Preises verliefen die ersten beiden Jahre für den Apple II eher schleppend. Das 1979 erschienene Tabellenkalkulationsprogramm VisiCalc machte den Rechner aber für Büroarbeiten attraktiv - und verschaffte Apple seinen großen Durchbruch.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Wie bei den Konkurrenten nutzte der Apple II ursprünglich als Basis eine Version von BASIC; das verwendete Integer BASIC war von Wozniak selbst explizit zur Nutzung auf dem MOS 6502-Prozessor geschrieben worden. Da Softwareentwickler mit diesem BASIC-Dialekt allerdings stellenweise nicht zurechtkamen, lizensierte Steve Jobs noch im Erscheinungsjahr eine Version der Programmiersprache von Microsoft, die fortan als Applesoft BASIC integriert wurde. Mit dem Diskettenlaufwerk erschien ab 1978 auch ein ladbares Betriebssystem namens Apple DOS.

Generell galt der Apple II wenigstens in den Anfangsjahren als weniger benutzerfreundlich als seine Konkurrenten. Das erste Modell konnte keine Großbuchstaben schreiben und verfügte über keine Pfeiltasten; der Cursor musste über eine obskure Tastenkombination (Escape zusammen mit I, J, K oder M) über den Bildschirm bewegt werden. Dennoch war der Apple II von den drei frühen Heimcomputern für den Massenmarkt derjenige, der am stabilsten, zukunftssichersten und zuverlässigsten war.

Der Erfolg ließ zunächst noch auf sich warten: In den ersten beiden Jahren sprach der Apple II in erster Linie nur einen kleinen Kreis eingefleischter Hobbyisten mit großen Geldbeuteln an. Erst eine Killer-App verhalf dem Rechner 1979 zum endgültigen Durchbruch: Mit dem Release der Tabellenkalkulationssoftware VisiCalc gelang dem Computer schließlich auch der Sprung in die Büros. Da der Rechner im Laufe der Zeit auch deutlich günstiger wurde, wandelte sich der Apple II dank dieser Eigenschaften zum Dauerbrenner.

Der Apple II ließ sich mit relativ wenig Schwierigkeiten nachbauen, weswegen softwarekompatible Klone dem Heimcomputer vor allem in Europa und Asien den Markt streitig machten. Der Basis 108 der deutschen Basis Microcomputer GmbH, ab 1981 auf dem Markt, integrierte beispielsweise zahlreiche Funktionen, die beim Standard-Apple II per Zusaktzkarten nachgerüstet werden mussten - etwa ein Z80-Prozessor, mit dem der Betrieb von CP/M möglich war.
Der Apple II ließ sich mit relativ wenig Schwierigkeiten nachbauen, weswegen softwarekompatible Klone dem Heimcomputer vor allem in Europa und Asien den Markt streitig machten. Der Basis 108 der deutschen Basis Microcomputer GmbH, ab 1981 auf dem Markt, integrierte beispielsweise zahlreiche Funktionen, die beim Standard-Apple II per Zusaktzkarten nachgerüstet werden mussten - etwa ein Z80-Prozessor, mit dem der Betrieb von CP/M möglich war.

Der Apple II stütze sich auf leicht erhältliche Standardchipsätze. In einem Fachartikel im Byte-Magazin legte Steve Wozniak sein Computerdesign ausführlich dar, mit der Begründung, dass sein Computer günstig, klein, verlässlich und leicht zugänglich sein sollte.

Das machte es allerdings auch relativ einfach, softwarekompatible Klone des Rechners zu produzieren. Das trug auch dazu bei, dass sich der Heimcomputer hierzulande nicht so schnell und so erfolgreich verkaufte wie in den USA: Auf dem europäischen Markt waren Kopien des Apple II weit verbreitet, die vor allem aus Fernost stammten, aber zum Teil auch von deutschen Herstellern kamen.

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