Optimierte Kabelherstellung „Lean Production“ nun auch in der Kabelfertigung
Als erster Hersteller setzt Lapp Kaizen-Verbesserungsmaßnahmen in der Kabelproduktion um. Innerhalb von zwei Jahren wurden so Effizienzsteigerungen von rund zehn Prozent in der Fertigung erreicht.
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Der Begriff und die Philosophie Kaizen kommen aus Japan. Kai steht für Veränderung, Wandel; Zen bedeutet „zum Besseren“ – also „Veränderung zum Besseren“.
Das Thema eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wurde in den 1990er-Jahren von James P. Womack und Daniel T. Jones u.a. in dem Buch „The Machine That Changed The World“ veröffentlicht und so der westlichen Hemisphäre zugänglich gemacht. Die Referenz bildet damals wie heute die schlanke Produktion beim japanischen Automobilhersteller Toyota.
Kaizen wird heutzutage meist dem Begriff Lean Management (schlankes Management) untergeordnet, der die Denkprinzipien, Methoden und Verfahren zu einer effizienteren Gestaltung der Wertschöpfungskette umfasst. Die Methode ist ein wichtiger Bestandteil in vielen Industrieunternehmen (vor allem in der Automobilindustrie) und zielt im Wesentlichen auf eine effiziente Organisation.
Verschwendungen (Mudas) vermeiden
Den Grundansatz bildet die Idee, Verschwendungen (so genannte Mudas) zu vermeiden. Das sind zum Beispiel Überproduktion, hohe Lagerbestände, Fehler, alte Technologie, lange Transportwege oder untätiges Warten. Sauberkeit und Übersichtlichkeit am Arbeitsplatz sind Grundanforderungen.
Nachdem in den Anfangszeiten im Prinzip nur von Japan abgeguckt wurde, verfolgt man heute in Europa den Ansatz flexibel zu entscheiden, wo wirkt Lean und wo wirkt Lean nicht.
Der Kabelspezialist Lapp hat den Lean-Gedanken als erster Hersteller der Branche weltweit in seinen 16 Fertigungsstätten umgesetzt. In der Gruppe wurde so innerhalb von zwei Jahren die Produktivität um rund 10% gesteigert.
Pro Jahr erwartet das Management weitere Effizienzsteigerungen von jeweils 5%. Das Modell basiert auf dem so genannten Lapp Operation System (LOS), das auf Grundlage der Kaizen-Methodik zusammen mit Dr. Jörg Tautrim (Lean Institute Karlsruhe) für Lapp entwickelt wurde.
„Wichtig ist dabei, dass der Ansatz Management getrieben ist, aber von Führungskräften und Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet und Schritt für Schritt umgesetzt wird“, erklärt Dr. Thomas Maile, Leiter des Competence Centers Supply bei Lapp (Bild 1). Daran und im zweiten Schritt bei der Kontinuität würden viele Lean-Unternehmensprojekte scheitern.
Bei diesen Projekten sei die Methodendiskussion dann auch eher ein Randthema. Wichtig sei, dass „Kaizen“, also Verschwendung verringern, als Element der Unternehmenskultur verankert sei.
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