Vor 30 Jahren, am 12. März 1989, legte Tim Berners-Lee am Kernforschungszentrum CERN in Genf ein Konzept für ein auf Servern, Links und Browsern basierendes, weltweites Netzwerk vor: Das World Wide Web (WWW) war geboren. Zum Geburtstag liefern wir einen Überblick über die Meilensteine, die das Internet seither absolvierte.
(Bild: Cern)
Der Schöpfer – Tim Berners-Lee
Das Internet hat viele Väter, und demgemäß auch viele Zeitpunkte an denen man gemeinläufig den Geburtstag festmachen könnte. Wenn es aber um das WWW geht, wie wir es heute kennen – ein Netzwerk, dass auf Seiten beruht, die auf verschiedenen Servern weltweit gehostet werden, die mit Hyperlinks aufeinander verweisen und die mit Hilfe von Browsern allgemein zugänglich aufgerufen werden können – dann gilt allgemein ein Mann als der Erfinder: Der britische Physiker Tim Berners-Lee.
Die Idee eines globalen Netzwerks, das unterschiedliche Standorte miteinander verband, und über das auch Nachrichten gesendet werden konnten, war in den 1980er Jahren bereits nichts grundlegend neues: Schon seit 1969 existierte mit dem Arpanet ein Netzwerk, das Militär- und Forschungseinrichtungen miteinander vernetzte und das den Nutzern erlaubte, eine Art von elektronischer Mail und Daten auszutauschen. Doch das Arpanet war schwierig zu handhaben: Für jeden Rechner, auf dem Daten bereitslagen, waren in der Regel eigene Logins nötig, verschiedene Einrichungen verwendeten unterschiedliche Programme für dieselbe Aufgabe, und einfache, direkte Verweise auf Dokumente, die aber auf einem anderen Computer lagen, waren nicht möglich.
Der gebürtige Londoner Tim Berners-Lee hatte im Sinn, ein System zu schaffen, mit dem sich Forscher und Wissenschaftler weltweit besser austauschen können. Schon 1980, als er als technischer Dienstleister am Kernforschungszentrum CERN tätig war, schlug er erstmals eine Lösung vor, die auf dem Hypertext-Prinzip basierte – verschiedene Texte sollten untereinander durch Hyperlinks verbunden sein.
In großen Lexika gab es ja schon lange Verweise zwischen einzelnen Lexikonartikeln. der Vorteil eines Hyperlinks war jedoch, dass man augenblicklich zum referenzierten Artikel springen konnte, ohne manuell blättern zu müssen. Damals entwickelte er bereits ein Hypertext-System namens Enquire. Zu diesem Zeitpunkt fand es aber allenfalls räumlich begrenzt Anwendung.
Als Berners-Lee 1984 ans CERN zurückkehrte, verfolgte er seine Idee weiter. am 12. März 1989 stellte er am Forschungszentrum einen neuen Entwurf für ein besseres Netzwerk vor. Der bahnbrechende neue Ansatz des Briten war, die Hypertext-Idee mit der bereits existierenden Technik des Internet zu koppeln – denn das Transmission Control Protocol (TCP) und das Domänen-Namenssystem des Internet existierten bereits. Ein Vorgesetzter kommentierte das Papier mit der Notiz „Vage, aber interessant" - und Berners-Lee durfte seine Idee weiterverfolgen.
Was noch fehlte, war ein einfacher Standard, wie man Inhalte für dieses angedachte Informationsnetzwerk aufbereiten konnte. Berners-Lee orientierte sich an der Auszeichnungssprache Standard Generalized Markup Language, die in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt worden war, und spezifizierte in Anlehnung daran HTML, die Hypertext Markup Language.
Die in HTML definierten Markierungen – sogenannte Tags – bestimmen die Formatierung von Textinhalten und erlauben auch das Einbetten von Multimedia-Inhalten wie Bildern und Sounddateien. Ein spezielles Programm – der sogenannte Browser – übernimmt die Wiedergabe der in HTML formatierten Informationen. Diesen ersten Browser programmierte Berners-Lee auf einer NeXT-Maschine, die zugleich als erster Webserver dienen sollte.
1990 veröffentlichte Tim Berners-Lee zusammen mit Robert Cailliau ein Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt. In der Folgezeit entwickelte Berners-Lee die Seitenbeschreibungssprache HTML, das Transferprotokoll HTTP, die URL (der Name kam allerdings erst später), den ersten Browser WorldWideWeb und den ersten Webserver CERN httpd unter dem Betriebssystem NeXTStep. Dies sollte den Ursprung des World Wide Web darstellen.
Berners-Lee erstellte als erstes Konzept die erste Webpräsenz, http://info.cern.ch. Diese Website gibt es bis heute; allerdings existiert von dem ursprünglichen Inhalt nur noch eine Kopie aus dem Jahr 1992. Am 30. April 1993 schaltete Tim Berners-Lee am Kernforschungszentrum CERN in Genf das World Wide Web schließlich für die Weltöffentlichkeit frei – und läutete damit eine neue Ära der Telekommunikation ein.
Heute hält der Erfinder mahnende Worte bereit
Heute, am 12. 3., den Tag, an dem Berners-Lee sein Konzeptpapier vorlegte, feiert CERN den 30. Geburtstag des World Wide Webs. Der 63-jährige Tim Berners-Lee nahm diesen Festakt zum Anlass, um in einem offenen Brief einige mahnende Worte zum heutigen Gebrauch seiner Erfindung auszusprechen.
Stand: 08.12.2025
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„Der Kampf für das Web ist eines der wichtigsten Anliegen unserer Zeit,“ schrieb Berners-Lee. „Angesichts der Artikel über den Missbrauch des Webs ist es verständlich, dass viele Leute sich sorgen und unsicher sind, ob das Web wirklich einen positiven Einfluss hat“, schrieb Berners-Lee. „Aber es wäre defätistisch und einfallslos anzunehmen, dass das Web in seiner heutigen Form in den nächsten 30 Jahren nicht zum Besseren verändert werden kann.“
Insbesondere warnt Berners-Lee in seinem Brief vor Datenmissbrauch, Desinformationen, Hassreden und Zensur – und spricht sich für eine vorsichtige Regulierung aus. Absichtlich verbreiteten böswilligen Inhalten könne beispielsweise mit Gesetzen und Computercode entgegengewirkt werden. Geschäftsmodelle, die die Weiterverbreitung von Falschinformationen fördern, könnten so unterbunden werden. „Unternehmen müssen mehr tun, um sicherzustellen, dass ihr Gewinnstreben nicht auf Kosten von Menschenrechten, Demokratie, wissenschaftlichen Fakten und öffentlicher Sicherheit geht“, schrieb Berners-Lee. Er wirbt mit seiner Stiftung (Web Foundation) dafür, das Firmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft einen Vertrag für ein besseres Web ausarbeiten.
Meilensteine des World Wide Webs
In den 30 Jahren seit seiner Konzipierung hat das Internet einige bemerkenswerte Veränderungen durchgemacht. Im Folgenden wollen wir 10 besondere Evolutionsschritte noch einmal näher betrachten.