Elektronik und Sport Fünf olympische Momente, in denen die Technik in den Vordergrund rückte

Franz Graser

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Olympische Spiele sind ohne technische Hilfsmittel nicht mehr denkbar – sei es für die Übertragung in alle Welt oder für die Zeitmessung. Ab und an rückte die Technik jedoch in den Mittelpunkt – im positiven und im negativen Sinn.

Olympische Spiele 1976 im kanadischen Montréal: Die 14 Jahre alte rumänische Turnerin Nadia Comaneci erhält die Idealnote 10.00. Die Anzeigetafel mit drei Stellen war darauf allerdings nicht ausgelegt und zeigt nur die Note "1.00" an.(Bild:  Yahoo/Eurosport)
Olympische Spiele 1976 im kanadischen Montréal: Die 14 Jahre alte rumänische Turnerin Nadia Comaneci erhält die Idealnote 10.00. Die Anzeigetafel mit drei Stellen war darauf allerdings nicht ausgelegt und zeigt nur die Note "1.00" an.
(Bild: Yahoo/Eurosport)

1976: Nadia Comaneci und die „1.00“

18. Juli 1976: Erster Wettkampftag der Olympischen Sommerspiele im kanadischen Montréal. Die erst 14-jährige rumänische Turnerin Nadia Comaneci beendet ihre Übung am Stufenbarren. Für ihre perfekte Vorführung erhält sie vom Kampfgericht die Idealnote 10. Zum allerersten Mal wird in einem olympischen Turnwettbewerb die Maximalpunktzahl vergeben. Die Anzeigetafeln sind darauf jedoch nicht ausgelegt. Sie können nur eine Leuchtziffer vor dem Komma anzeigen, da es bis dato üblich war, für eine großartige Kür nur 9,99 Punkte zu vergeben. Die Organisatoren lösen die peinliche Situation, indem sie die Note "1.00" anzeigen lassen. Das Publikum ist zunächst irritiert. Kurz darauf erhält Nadia Comaneci jedoch stehende Ovationen von den begeisterten Zuschauern.

Stärker, schneller, kleiner - Technologie bei Olympia (Update)

1976: Boris Onischtschenko und der verborgene Knopf

1976 in Montréal: Der sowjetische Athlet Boris Onischtschenko manipuliert im Modernen Fünfkampf seinen Degen. Ein verborgener Knopf erlaubt es ihm, den Trefferstromkreis zu schließen, obwohl kein Treffer stattgefunden hat. Der Schwindel wird aufgedeckt und Onischtschenko lebenslang gesperrt.(Bild:  Totalprosports)
1976 in Montréal: Der sowjetische Athlet Boris Onischtschenko manipuliert im Modernen Fünfkampf seinen Degen. Ein verborgener Knopf erlaubt es ihm, den Trefferstromkreis zu schließen, obwohl kein Treffer stattgefunden hat. Der Schwindel wird aufgedeckt und Onischtschenko lebenslang gesperrt.
(Bild: Totalprosports)

In den siebziger Jahren sind Olympische Spiele ein Schauplatz des Kalten Krieges. Die Nationen des Ostblocks, vor allem die Sowjetunion und die damalige DDR, kämpfen mit harten Bandagen. Sie setzen auf sportliche Erfolge, um die Überlegenheit ihres Gesellschaftsmodells hervorzuheben. Erst später stellt sich heraus, dass hierbei auch Doping eine große Rolle spielte. Boris Onischtschenko, der für die Sowjetunion im Modernen Fünfkampf antritt, wählt einen anderen Weg. Bei dieser Disziplin, in der sich die Athleten im Reiten, Fechten, Schwimmen, Schießen und Laufen messen, will er im Degenfechten mit einer technischen Manipulation punkten. Seine Waffe weist am Griff einen Knopf auf, der den Trefferstromkreis schließt, sobald er betätigt wird. Als Resultat werden für Onischtschenko selbst dann Treffer registriert, wenn er keinen erzielt hat.

Der Ukrainer, der 1972 in München Silber im Einzelwettbewerb und Gold in der Mannschaftswertung gewonnen hat, gilt zwar als bester Fechter unter den angetretenen Athleten, doch der Kapitän der britischen Mannschaft, Jim Fox, schöpft Verdacht. Ihm fällt auf, dass für den UdSSR-Athleten Treffer angezeigt werden, ohne dass seine Waffe irgendetwas getroffen hätte. Der Degen wird überprüft, die Manipulation entdeckt. Die UdSSR-Equipe wird vom Modernen Fünfkampf ausgeschlossen, Onischtschenko lebenslang gesperrt. Angeblich wurde er sogar unehrenhaft aus der Roten Armee entlassen und musste anschließend sein Leben als Taxifahrer fristen.

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