Lebensmittel Seniorenessen aus dem 3-D-Drucker
Wissenschaftler der FAU Erlangen-Nürnberg entwickeln und prüfen neue altersgerechte Lebensmittel. Speziell Essen für Senioren könnte demnach mittels 3-D-Druck optisch ansprechender und appetitlicher gemacht werden.
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Viele Senioren hätten Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken und nähmen ihr Essen daher in pürierter Form zu sich, teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Diese sei oft allerdings weder optisch appetitlich noch geschmacklich sonderlich ausgeprägt. Mit Hilfe eines 3-D-Druckers könne das pürierte Essen jedoch in eine optisch ansprechende Form gebracht werden.
3-D-Druck für Lebensmittel zu verwenden ist keine grundsätzlich neue Idee, haben aber für gewöhnlich einen rein dekorativen Charakter. Essen aus dem 3-D-Drucker hat aber gerade dann Vorteile, wenn Personen ihr Essen nicht mehr selbst zubereiten können oder auf eingeschränkte, leicht verdauliche Nahrung angewiesen sind. Menschen, die bereits Schwierigkeiten damit haben, Nahrung zu sich zu nehmen, werden durch die unattraktiven Breie meist nicht gerade zum Essen ermutigt. Ein 3-D-Drucker könnte die Pürrees allerings problemlos und vergleichsweise schnell direkt in die Form einzelner Karröttchen drucken. Außerdem könne das Essen im Verfahren gezielt mit Vitaminen und Eiweißen anreichern und so nahrhafter gestalten als ein meist lange verkochter "Einheitsbrei".
Die Forscher des Instituts für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wollen daher untersuchen, wie sich diese Lebensmittel aus dem Drucker auf die Ernährungssituation älterer Menschen mit Kau- oder Schluckstörungen auswirken. Außerdem testen sie, welche Form von Eiweiß-Getränken von älteren Leuten gut angenommen wird und ob diese Getränke dem Muskelschwund bei Senioren entgegenwirken können. Denn aufgrund von Mangelernährung nehme bei ihnen oft die Muskelmasse ab, Kraft und Leistungsfähigkeit seien ebenfalls verringert.
An dem "enable" genannten Kompetenzcluster zur Erforschung einer besseren Ernährung im Alter sind auch Forscher der TU München und weitere universitäre und außeruniversitäre Forschungspartner beteiligt. Neben den Einsatzmöglichkeiten von 3-D-Druckern für Lebensmitteln sollen in diesem Projekt auch Informations- und Kommunikationstechnologien erarbeitet werden, um Verbraucher über eine gesündere Ernährung zu informieren und ein vernünftigeres Essverhalten in der Bevölkerung zu erreichen.
Das Cluster "enable" läuft am 17. Juli 2015 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in Freising-Weihenstephan an. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren mit etwa 5,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
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